Social Media ist nicht nur Facebook und Twitter
Posted by Bianca Gade on April 12th, 2010 in Enterprise 2.0, Social Media, Web Solutions | Keine Kommentare »
Viel wird über Facebook und Twitter geschrieben, gesprochen und erzählt. Viele Zahlen über Nutzung und Effizienz veröffentlicht. Dank des Videos Social Media (R)evolution wissen wir z. B., dass Facebook das viertgrößte Land wäre – wäre es eins. Oder dass Ashton Kutcher und Ellen DeGeneres mehr Twitter Follower haben als Irland, Norwegen und Panama an Gesamtbevölkerung verzeichnen können. Es liegt daher nah, auf diesen Plattformen seine Social Media Aktivitäten zu starten – aber ist dies wirklich der einzig wahre Weg?
Vergessen sollten wir alle eins nicht: Wo sich viele tummeln, da gibt es auch viel Wettbewerb. Das Problem, das Organisationen gerade auf Facebook und Twitter erwartet ist überhaupt wahrgenommen zu werden. Die dort registrierten User halten sich auf diesen Plattformen eine gewisse Zeit auf und investieren während des Aufenthaltes eine mehr oder weniger starke Aufmerksamkeit für die dort publizierten Inhalte. Zwar ist die aktive Zeit gestiegen, in denen sich die User im Durchschnitt auf Social Networking Plattformen aufhalten, aber durch die hohen Nutzerzahlen (Facebook ca. 350 Mio., Twitter 75 Mio. Nutzer (aktive und inaktive)) und der daraus resultierenden Streuung der Aufmerksamkeit, müssen Organisationen sich mehr und mehr um jeden einzelnen bemühen, um von diesem Kuchen noch etwas abzubekommen. Nicht selten resultieren daraus Frust und/oder die Frage: Was bringt mir das alles eigentlich?
Hier und da macht es daher Sinn, seine Fühler auszustrecken und nach alternativen Communities zu suchen. Je nach Thema und Branche kann es durchaus interessante Möglichkeiten geben. Ein paar Beispiele:
Musik, Lesung, Radio und Moderation
Unter 1000mikes.com können User ihren eigenen interaktiven Live-Radiokanal aufmachen. Hier können eigene Talkshows, Sportübertragungen, Lesungen oder auch ganz traditionell Musik moderiert werden. Mitmischen sollten hier Organisationen mit Produkten und/oder Dienstleistungen rund um dieses Thema.
Eventorganisation, Sprecher, Keynotes
Dienstleister in Sachen Moderation und Präsentation sind bei speakerrate.com gut aufgehoben. SpeakerRate ist eine Community für Eventorganisatoren, Teilnehmer und Sprecher. Eventmanager können den für sie passenden Sprecher bzw. passende Sprecherin finden, Eventteilnehmer können den Speakern Feedback geben und diese können die erhaltenen Tipps für stetige Weiterentwicklung für sich nutzen.
Haustiere
Viele Möglichkeiten gibt es auch für Liebhaber von Hund und Katz´. Und wo die sich tummeln, da sollten Spezialisten rund um dieses Thema auch anwesend sein. Ein Portal dafür kann vivatier sein.
Kochen & Ernährung
Chefkoch.de ist sicher eins der bekanntesten Kochportale im deutschsprachigen Web (übrigens auch eins meiner liebsten). Neben bewert- und kommentierbaren Rezepten kann jeder Themengruppen gründen und sich mit Freunden verknüpfen. Unternehmen aus der Branche rund ums Kochen und Ernährung können im Forum viel Aufmerksamkeit generieren, müssen aber vorsichtig sein, weil Werbung nicht geduldet wird.
Börse und Finanzen
Im deutschsprachigen Social Web gibt es auch eine Social-Börsen-Community. Bei Stockjaeger.de dreht sich alles um Aktien, Börse und Finanzen.
Nun, das sind bei weitem nicht alle Communities und ganz absichtlich habe ich bekannte(re) Netzwerke ausgelassen. Übrigens: Sogar eine Community für Communities gibt es. Auf yiid.com kann jeder sein Lieblingsnetzwerk anlegen, andere bewerten, beitreten und interessanten Persönlichkeiten folgen. Twitter und Facebook Integration inklusive – wo sich dann wieder der Kreis schließt.
Alles in allem machen einem so viele Möglichkeiten das Leben nicht unbedingt leichter. Deswegen ist es umso wichtiger, Ziele vorher genau festzulegen und die dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen zu definieren. Zu den Überlegungen zur strategischen Ausrichtung kann auch gehören, die ein oder andere Möglichkeit rigoros zu verwerfen. Um vorhandene Ressourcen im Unternehmen optimal zu nutzen, wäre ein Ausschluss z. B. dann effektiv, wenn sich damit die Chance erhöht, mehr Aufmerksamkeit zu generieren. Meiner Meinung nach lohnt sich ein Blick über den Tellerrand, denn etwas kleinere, dafür aber speziellere Communities können durchaus großes Potenzial für eine erfolgreiche Online-Reputation haben.



