Social Workplace beim IT-Dienstleister GAD eG: Interview mit Kay Siemund
Posted by Bianca Gade on Januar 10th, 2012 in Enterprise 2.0, Social Workplace | Keine Kommentare »
Kay Siemund ist Leiter für Innovationsmanagement bei der GAD eG in Münster. Die GAD mit Firmensitz in Münster ist IT-Dienstleister, Rechenzentrum und Softwarehaus für rund 430 Banken. Die Kernkompetenzen liegen neben Beratungs- und Schulungsdienstleistungen, in der Entwicklung und dem Betrieb von modernen und zukunftsfähigen Core-Banking-Lösungen sowie in der Bereitstellung hochwertiger und sicherer Outsourcing-Services. Außerdem war die GAD eG einer der Gastgeber bei der IBM JamCamp Bustour im Oktober 2011 – was der Anlass war, dieses Interview mit ihm zum Thema Social Workplace bei der GAD zu machen.
Sie hatten den IBM JamCamp Bus zur GAD nach Münster eingeladen. Welche Idee gab den Anstoß dazu, die Busteilnehmer einzuladen und ein Social Business Event zu veranstalten?
Wir hatten im Frühjahr schon einmal vor, einen Social Business Event durchzuführen. Allerdings muß ich gestehen wurden wir durch ein anderes Projekt ein wenig abgelenkt. Im Zuge der Planung des 3. Genobarcamps im November in der GAD war uns ziemlich klar, dass wir die Bustour nicht einfach “vorbeifahren” lassen konnten.
Wie kam das Event intern an?
Gut! Wie immer leider ist so ein Busstop zu kurz, so dass solch ein Social Business Event nur ein Anreißer für mehr sein kann. Aber gerade mit dem Bau des Innovationsforums in der GAD im letzten Jahr wollten wir ein Ort des Dialogs sein, ob der Dialog an dem Tag nur für 2h oder für länger sein würde, Nebensache – die Idee war super. Toll war übrigens die schnelle Anmeldung über unser internes “We”-Portal. Innerhalb von 2-3h war die Veranstaltung nahezu ausgebucht. Übrigens haben wir bevor der Bus die GAD erreichte auch einen reinen IT-Workshop zu einer Social Business Plattform durchgeführt, so dass dieser Tag beide Facetten beinnhaltete: “Betrieb” und “Kultur”
Wie arbeitet die GAD mit den neuen Medien? (intern und extern)
Die Beteiligung von Kunden an Prozessen und deren direkte Diskussion in adäquaten Medien gibt´s natürlich schon sehr lange. Ich würde uns nicht als Social Business Profis bezeichnen und so tue ich mich jetzt schwer die Diskussionsforen unter Lotus Notes 4.x der 90er mit den heutigen mobilen, personalisierten und hochdynamischen Möglichkeiten des Webs zu vergleichen. Fazit: wir arbeiten damit schon lange wissen aber, dass es auch Zeit für neuere Arbeitstechniken gibt. Und an letzteren sind wir in der Planung.
Können Sie uns verraten, wie Sie strategisch bei der Einführung der neuen Medien im Unternehmen vorgehen?
Ich tue mich mit der Antwort hierauf etwas schwer. Was sind in diesem Zuge neue Medien? Wenn man interne und externe Diskussionsforen auf Basis von IBM Lotus Domino bereits als “Collaboration” bezeichnet – und dies tue ich, dann sind wir hier alte Hasen. Strategisch wäre dann nur die langsame “Erneuerung” zu anderen Oberflächen und intergrierteren Anwendungen zu nennen. Vieles fließt sukzessive in die Arbeit ein. Strategisch haben wir vor zwei Jahren einen offenes Unternehmensblog zusammen mit einem “Unternehmenskulturprojekt -we-” gestartet. Dieses wurde durch mehrere Großveranstaltungen vorbereitet wurde eingeführt.
Welche besondere Herausforderungen gibt es bei der Einführung und wie gehen Sie damit um?
Für mich liegen die größten Herausforderungen darin, dass diese Systeme (nicht Medien) in Wechselwirkung mit Arbeitsweisen, Abläufen und -kulturen stehen. D.h. oft ist herrschende Meinung, dass man ein für seine Arbeit besseres System haben will,stellt dann aber wieder fest, dass dies eigentlich auch eine andere Arbeitsweise erfordert, und dieser Schritt ist in komplexen Systemen herausfordernd, denn dies ist eine Phase der Unternehmensentwicklung. Wenn wir als GAD z.B. über Collabroation reden, dann sprechen wir automatisch über Dienstleistungen, die auch für unsere Kunden wertvoll sind.
Welche Vorteile ergeben/ergaben sich bisher aus der Nutzung der neuen Medien im Unternehmen?
Ganz klar: die direkte Beteiligung ist heute ein muss, man ist effizienter, engagierter bei der Sache und es geben sich oft völlig neue und überraschende Möglichkeiten.
Auf der einen Seite ein Muss bei einer immer schneller drehenden Ökonomie, auf der anderen Seite sehe ich aber auch die Gefahr der Überschätzung von Sachverhalten, da man immer stärker mit Informations-Tsunamis rechnen muß, die man früher “bei einer Nacht drüber geschlafen” mal einfach abgewartet und ausgesessen hätte. In sofern sehe ich ganz persönlich noch viel Lernbedarf in der “medial focussierten” Gesellschaft.
Wie nehmen das die Mitarbeiter und Partner auf?
Ich glaube mittlerweile, dass das Vorhandensein entsprechender Social Media/Business Strukturen in immer mehr Fällen einfach erwartet wird. Die Arbeitsformen selbst werden allerdings schon in den klassischen Umfeldern leichte Berührungsängste hervorrufen.
Vielen Dank an Herrn Siemund für das schöne Interview!



