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Payback für Schirrmacher?

Posted on April 12th, 2010 in Allgemeines | 1 Comment »

Letzte Woche habe ich Zeit gefunden, Frank Schirrmachers Payback zu lesen, was seit Sascha Lobos Gegenrede schon auf meiner Oster-Leseliste war. Mich hat interessiert, welche Antworten Schirrmacher auf das Gefühl des „ich verpasse etwas“ trotz rund um die Uhr Vernetzung via Internet gibt. Denn das Gefühl kann meiner Meinung nach nicht nur auf „kulturpessimistischer Ablehnung“ (Lobo) alter Machteliten fußen.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Buch zu dieser Frage:

  • Der Versuch, der Informationsflut mit menschlichem Multitasking zu begegnen, verringert die Qualität unserer Arbeit.
  • Wir sind kreativer, wenn uns die Unvollständigkeit bzw. Unsicherheit der Informationen mit denen wir arbeiten bekannt ist.

Getrübt werden viele interessante Seiten des Buches jedoch von unsauberen Stellen, an denen ich das Buch am liebsten zugeklappt hätte - drei Beispiele:

  • Die folgenreiche Behauptung, große Teile der Wissenschaft gingen heute schon von der Grundannahme aus, dass der menschliche Geist ein Computerprogramm sei, belegt Schirrmacher nicht.  
  • Seine Zustimmung zu Anderson’s Behauptung die Wissenschaft bräuchte auf Grund der verfügbaren Daten nur noch Korrelationsanalysen und keine Modelle (S. 89) ignoriert, dass den Programmen (Algorithmen bei Schirrmacher) immer Informationen fehlen werden, um den konkreten Menschen und seine Absichten zu erkennen (zumindest so lange wir nicht alle in einer Matrix-Welt leben).
  • Die Ortung von Menschen über GPS als Negativ-Szenario (S. 215): Technisch unmöglich, da GPS keinen Rückkanal hat. Oder meint Schirrmacher hier GSM? 

Darüber hinaus baut Schirrmacher unnötige Fronten zur Generation der Netznutzer auf, indem er Computer und das Web an einigen Stellen personalisiert und dämonisiert. Publicity durch den Aufschrei der vielzitierten „Netzgemeinde“ (was immer das ist) und eine Auflagensteigerung hat dies zweifelsfrei erzeugt. Zwei Beispiele:

  • „Dank Googles Image Labeling Datensammlung werden Computer die Muster der menschlichen Wahrnehmung besser verstehen und daraus Algorithmen bilden“ (S. 101) – Computer verstehen nicht und bauen nicht selber Algorithmen – der Geist kommt ja nicht aus der Maschine. Hierfür sind immer noch Menschen nötig. Für mich ist dies eine unnötig Angst schürende Formulierung einer selbstständigen Computerhandlung. Umso unverständlicher, da Schirrmacher an anderen Stellen des Buches dies durchaus korrekt darstellt.
  • Der Schlusssatz auf Seite 142, das Netz sei dazu da, um uns als Individuen (ungewollt) gefunden/analysiert werden zerstört den eigentlich sinnvollen Hinweis, dass aktuelle Entwicklungen im Netz immer mehr die Auswertung der Nutzerassoziationen fokussieren und als Chance für ein besseres Nutzererlebnis sehen.

Inhaltlich lässt mich Schirrmachers Payback mit gemischten Gefühlen zurück – gelohnt hat sich das Lesen dennoch: Es ist ungeachtet aller o. g. Punkte eine große Leistung soviel Ansätze in gefälligem Schreibstil darzustellen und so die Motivation des Lesers, die genannten Ansichten zu hinterfragen und sich anhand der Quellenangaben sein eigenes Bild zu machen, zu befeuern. 

PS: Interessante zu dem Thema auch im ZDF nachtstudio vom 11. April 2010: "Information Overkill - Wie verändert das Internet unser Leben?" - Gäste: Astrid Herbold, Peter Kruse, Sascha Lobo und Mario Sixtus.

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Sollen Unternehmen Mitarbeiter zu Geschäftsthemen privat bloggen lassen?

Posted on Februar 19th, 2010 in Allgemeines | No Comments »

Anlässlich des Social Media Club bringen LaSandra Brill, Janet Fouts und Erin Robbins einige interessante Erfahrungen und Meinungen zu privaten Blogs, die sich mit beruflichen Tätigkeiten überschneiden in einem 3-minütigen YouTube Video gebracht.
Ich kann mich dabei Janet Fouts Sicht der Dinge nur anschließen: Unternehmen können von den Netzwerken privat engagierter Mitarbeiter profitieren, wenn sie diese als echten Wert verstehen und zu eigenen Beziehungen machen, die auch über das Arbeitsverhältnis des Mitarbeiters selbst bestand haben.

via @socialmedia2day

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Was unterscheidet Social Media von Knowledge Management?

Posted on Februar 7th, 2010 in Allgemeines | No Comments »

Ich habe vor kurzem nach einem Vortrag über den Social Workplace von einem DMS-Berater die Frage “Was unterscheidet Social Media denn eigentlich vom bekannten Knowledge Management?” gestellt bekommen. Neben der Erkenntnis, dass ich zukünftigen Vorträgen eine bessere Einordnung vorwegschicke, versuche ich eine kurze Antwort für den Unternehmensalltag:

  • Knowledge Management versucht, das Wissen vom Wissensträger unabhängig zu machen (s. Davenport et al.)
  • Social Media will ein Netzwerk der Wissensträger untereinander schaffen 
Dies heißt nicht, dass Social Media in allen Aspekten ein Gegenentwurf zu Knowledge Management darstellt. Vielmehr lassen sich über Social Media viele der Ziele realiseren, die in den letzten 20 Jahren mit den Methoden des Knowledge Management nie den Sprung von der Theorie in die Praxis geschafft haben. Für Unternehmen und ihre CIOs sind dies gute Nachrichten. Die Zeit für Grabenkämpfe zwischen Knowledge Management und Social Media kann man sich somit sparen.

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LinkedIn Perle zu Social Media Monitoring Tools

Posted on Februar 3rd, 2010 in Allgemeines | No Comments »

Viel zu selten stolpert man über gute Gruppenbeiträge wie diesen in der Gruppe Future Social Media bei LinkedIn. Aufmerksam geworden bin ich übrigens durch Zoe (@firestartr), die freundlich darauf in meiner LinkedIn-Wochen-Email hingewiesen hat.

LinkedIn: Future Social Media Group Beitrag

Guter Einstieg für alle, die einen ersten Überblick zu dem Thema suchen.

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Unique users of Twitter, Facebook und MySpace 2007-2009

Posted on Januar 27th, 2010 in Allgemeines | No Comments »

Facebook ist derzeit “the place to be” - Wenn sich Facebook weiter als die akzeptierte Plattform für soziales Netzwerken und Applikationen etabliert, sollten wir bald deutlich mehr Business-Applikationen auf Facebook sehen. LinkedIn und XING müssen hier noch aufholen, was die Integration der Applikationen in die Gesamt-Nutzererfahrung angeht, was meiner Ansicht durchaus dazuführen kann, dass sich best practices auf Facebook etablieren, bei denen die großen nachziehen werden (s. auch Biancas Gedanken zu Unterschieden beim Social Media Einsatz).

Auch wenn durch die Mischnatur vieler Facebook-Accounts (private und geschäftliche Anteile) keine echte Konkurrenz zu internen und b2b Plattformen durch Facebook zu befürchten ist, lassen sich komplementär zu bestehenden Extranet und Intranet-Plattformen gute Konzepte umsetzen. Von Events über die persönlicherere Alumni-Betreuung bis zu ad-hoc Fanpages mit schnellem Setup sind hier abseits komplexer interner Workspaces einfach flexible Plattformen zu schaffen.

Großer Nachteil leider: Die Rückintegration der geschaffenen Inhalte ist derzeit nur mit Aufwand möglich, da Facebook sich aus (berechtigtem) Eigeninteresse beharrlich einer RSS-Einführung verweigert (Chart via @Zee).

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Why Tumblr is kicking Posterous’s ass « PEG on Tech

Posted on Januar 20th, 2010 in Allgemeines | No Comments »

Und gerade war ich zu dem Schluss gekommen, dass posterous cooler ist - zurück auf Start. Meine Erlebnisse mit beiden Plattformen bis heute:

Tumblr 
+ bessere Unterstützung unterschiedlicher Posttypen 
+ mächtigere Bearbeitungsmöglichkeiten 
+ viele Themes zur Auswahl... 
- ... von denen die meisten billig aussehen 
- "fettes" Design (web2.0 von vor 2 Jahren) 
- nicht immer zuverlässig (posten geht manchmal nicht)

Posterous: 
+ schlanke Bedienoberfläche 
+ schöne, klarer Themes (wenige!) 
- Idee des Emailpostings führt zu mieser nachträglicher Bearbeitung komplexer Posts 
- HTML-Kenntnisse für komplexe Posts via Web benötigt

Ich werde ein paar Tage noch weiter parallel posten und mich dann entscheiden. Weitere Erfahrungen da draußen, die mir helfen?

 

 

Tumblr and Posterous are the two most prominent “tumblogging” sites, i.e. sites that make blogging more straightforward by making it easier to post media. Both were launched within six months. (Actually, Posterous was started later than Tumblr.)

But now Tumblr has been an Alexa Top 100 site for a while and is still growing strong. Meanwhile Posterous has about 4 times less uniques. Yet Posterous has everything to win: it’s a Y Combinator company with top-tier investors like Chris Sacca and Mitch Kapor. Its founders are experienced software engineers with computer science degrees from Stanford. How come it’s eating dust from a small startup started by a high school dropout?

The answer is as easy as it is counter-intuitive: Tumblr is a New York company and Posterous is a Silicon Valley company.

Or, to put it another way: Posterous is an engineered product, while Tumblr is a designed product.

Posterous is extremely well engineered. There’s nothing wrong with it. Every single thing about it is well thought out. But it’s not just that it’s less pretty (though it is). It’s just not designed as well as Tumblr is.

Look at Tumblr’s landing page:

 

That’s it. Sign up is dead simple. Can you imagine the conversion rates they get out of that page? Moreover, they have one of the best taglines of any service: the easiest way to blog. What else is there to explain? They don’t brag about features like “like”, “reblog” or (ugh) “tumblarity.” Tumblr is the easiest way to blog. Anyone, your mother included, can understand that.

Meanwhile, look at Posterous.

 

Oh sure, it’s a nice landing page. But, “the dead simple way to post everything”? Sure, it sounds nice, but it’s hard to say what that really is. Is that like Facebook, where you can share all sorts of stuff (videos, links, pictures) with your friends? Is that like Twitter? Or is it like a blog. The “just email us” pun is nice, since all you need to do to sign up is to send an email, but to a distracted user it’s like “What? I have to email them to get an account?”. Then you read all the stuff after that. There’s so much stuff there! A step-by-step explanation, a “who’s it for” (if you have to explain, you’re not doing the right job), a bunch of links and pictures.

In fact, that sign-up-via-email feature: engineering feature. When Posterous came out, that was the thing that set it apart: it’s so simple you don’t need to sign up, just send something via email! Cool! Except — who really does that? Very long signups can discourage users, but if you have only a few forms to fill, is there a single person who wants to sign up for a service, can’t be bothered to fill out a three-item form, but by God, pulling up their email client, finding a picture or a video to post, attaching it, and emailing it to post@posterous.com (or is it new@posterous.com? posterous@posterous.com?), that’s easier! It’s exactly the kind of thing where an engineer thinks “Oh, nobody does that, I’ll do that, that’ll be cool!” but in real life it’s useless. I mean, posting by email is a nice feature. But it’s not a killer feature.

I will give 5-to-1 odds to anyone that Tumblr has higher conversion rates on their homepage than Posterous and 1-to-1 that they’re twice as high.

In fact, everything about Posterous is nice. It’s very nice. I’m not here to bash Posterous, I think it’s a tremendous product and I wish them the best of luck.

But everything about Tumblr is better designed. I used the landing page as one example, but there are tons of features where Tumblr shines by its gorgeous design.

Meanwhile Posterous is typical of the Silicon Valley engineering mindset where everything is measured, ranked, weighted. It’s like Google. And having terrible design like Google is great if you have a technology edge. But if you’re in a market where what matters is design edge, that’s not enough. There needs to be great design, by which I don’t mean looks (though they’re important), but how it works for the end user.

Meanwhile, Tumblr is typical of the new New York startups, that have great engineering talent, but care about design, UI and UX.

Again, I don’t mean to bash Posterous, but to me Tumblr and Posterous are just picture-perfect examples of two very important trends.

The first is that New York has truly come of age as a startup hub, with its own “style”, its own way of doing things, its own mindset, which can sometimes — not always, but sometimes — kick Silicon Valley’s ass.

The second is that for consumer web apps today, design matters more than technology. Much has been written about how the cloud, accessible web frameworks, etc. have dramatically lowered the cost of getting a startup to market, and that’s certainly true, but it also means that since everyone is on EC2 and Ruby on Rails, technology is no longer what differentiates most consumer web apps. What does is design. UI/UX design. Social design. Business model design as well (Groupon and Gilt Groupe, the two tremendous e-commerce success of the past two years, are in Chicago and New York respectively). To be sure, technology is and always will be very important. I don’t want to go back to the startup where the MBA bosses around engineers. And some of the best designers will be engineers (like David Karp, or Mark Zuckerberg). But you can’t just engineer anymore. You have to design.

Tumblr’s success shows that.

EDIT: It’s been pointed out to me in the (interesting) comments at Hacker News that Posterous has been growing faster than Tumblr. While that’s true, Posterous is growing from a smaller base and Tumblr is still much, much bigger, and their growth has barely slowed, so I think unless something unexpected happens, Tumblr is still going to maintain a strong lead over Posterous.

Possibly related posts: (automatically generated)

This entry was posted on January 19, 2010 at 08:55 and is filed under Uncategorized.

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Soziale Netzwerke für Geschäftsalltag irrelevant – Änderung in Sicht?

Posted on Januar 19th, 2010 in Allgemeines | No Comments »

Bei den sozialen Netzwerken ist Facebook laut Google-Research-Tools Ad Planner das führende soziale Netzwerk in Deuschland. Interessant ist dabei, dass sich auf den Plätzen eins bis sechs nur Netzwerke für das Privatleben finden (über Facebook als Business-Netzwerk lässt sich sicher trefflich diskutieren) und erst auf dem Platz 8 ein klassisches Business-Netzwerk (XING) platziert ist. Hier hätte ich persönlich eine viel bessere Platzierung für XING erwartet. LinkedIn ist leider in der Liste nicht vorhanden.

Ist der Markt für Business-Netzwerke über verschiedene Foren, geschlossene Bereiche und bestehende Unternehmenscommunities noch zu fragmentiert? Die Online-Zeit im Büro dürfte bei vielen Menschen deutlich länger sein als zu Hause, so dass selbst unter Berücksichtigung des geringeren Spaß-Faktors bei einem Netzwerk wie XING für mich ein Fragezeichen bleibt.

In meinen Augen werden wir in einiger Zeit eine gleichmäßigere Verteilung der Visitors auf Business- und Privatnetzwerke sehen zumal bei zunehmend fragmentierten Berufsbiographien das geschäftliche Networking weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Oder wird Facebook zukünftig auch die Business-Anforderungen bedienen und so aus der schieren Masse seiner Nutzer einen Vorteil ziehen? 

"Facebook at the office" von robleto auf Flickr.

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