Das vierte Sandzeitalter und die Digital Natives schrieb ich über mein Abstract, weil die Welt davon erfahren muss, was gerade mit uns passiert. Einen philosophisch nachdenklichen Vortrag wollte ich halten, über Paradigmenwechsel und was das wirklich bedeutet, als mich die Kunde ereilte, die Veranstaltung hieße TedXYouth und richte sich an Kinder und Jugendliche. Mulmigkeit bemächtigte sich meiner als ich mich fragte, ob es möglich wäre, dieses Thema einer Gruppe von 12-17-Jährigen näherzubringen, so dass sie verstehen, was mein Anliegen ist. Oder würden die einfach unruhig auf ihren Stühlen herumruckeln und mich mit Papierfliegern bewerfen? Schließlich geht es ja darum zu klären, wie unsere Wahrnehmung der Welt um uns herum sich verändert, und den Feldstudien an meinen eigenen Kindern kann ich entnehmen, dass dies bei ihnen alle paar Wochen sowieso passiert, so dass die Verwunderung über diese Art der Veränderung sie nicht allzu sehr überraschen dürfte. Diese Erkenntnis war ein wenig desillusionierend, aber es gab kein Zurück. Read the rest of this entry »
Wenige Reiseanlässe haben meine lieben Mitbewohner (sprich: Familie) und Kollegen so sehr zum Lachen gebracht wie die Ankündigung meiner Fahrt nach Wachenheim zur Weinprobe 2.0. Das erste Kichern kam bei der Erwähnung des Reiseziels (“Wo musst du hin? Wo?”), das zweite, lautere Gegiggel bei der Vorstellung des Anlasses (“Weinfest zwo was?”) und schließlich, drittens, affektiertes Gelächter, als ich erzählte, dass dies auf Einladung einer BASF-Mitarbeiterin geschieht (“Gnihihi – macht BASF jetzt auch Wein?”). Leider zündeten die Erklärungsversuche nicht, weil meine Lieben sich so sehr über ihre eigenen vermeintlichen Witzchen beömmelten, dass Zuhören nicht drin war. Hab ich ja Verständnis für, ich war ja auch mal jung, aber so konnte ich meine Erklärungen nicht auf Plausibilität überprüfen, was mir während der Zugfahrt durch den goldenen Herbst doch ein wenig Unbehagen bereitet hat. Gänzlich unbegründet, wie sich herausstellte. Aber der Reihe nach.
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Woran denken Sie, wenn Sie den Begriff Hippie 2.0 lesen?
Als ich den Begriff zuerst hörte dachte ich, da spricht jemand über mich, weil ich mich jeden Sommer mit der Familie in eine Waldhütte fernab der Zivilisation zurückziehe und von dort eigenartige Facebook-Kommentare versende. In der benachbarten Hütte (10 Minuten Fußmarsch entfernt) genießen weitere Menschen die Vorzüge des einfachen Lebens, die dennoch nicht auf Kontakt zu ihrem Online-Netzwerk verzichten wollen. An die habe ich auch gedacht, als ich den Begriff erstmals hörte.
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Es soll ja noch Menschen geben, denen Begriffe wie Social Media, Social Workplace oder Social Network nichts sagen. Vermutlich sind das die gleichen, denen anlässlich der drohenden Premiere von Windows 95 im Streiflicht der Süddeutschen Zeitung unterstellt wurde, sie hielten Atari für einen japanischen Filmregisseur (es ist Google nicht gelungen, diesen Kommentar in den Tiefen des WWW aufzuspüren – war eine schwierige Zeit für Onlinejournalisten damals). Einer nicht repräsentativen Umfrage auf einem Grillfest vor etwa 4 Wochen zufolge, kennen mehr Menschen in meinem Bekanntenkreis Facebook als den Begriff Social Media. Und häufig sind dies genau die Menschen, die mit einer Mischung aus Neugier und Argwohn fragen, was man denn beruflich so mache, um dann, nach fünf verzweifelten Minuten voller Erklärungsversuche, was ich als Berater für Enterprise 2.0 und Social Workplace denn eigentlich mache und dass es nichts, haha, mit Star Trek zu tun hat, die Zusammenfassung “Ach, ihr macht Facebook für Unternehmen” zu präsentieren. Manchmal gelingt es mir dann noch, ein “nicht so ganz” in den Garten zu werfen. Zur Erklärung, dass eine meiner wichtigsten Aufgaben die Trennung von Hype und Substanz ist, um daraus die Relevanz für Unternehmen zu destillieren, reicht es meistens nicht mehr. Vermutlich, weil der Begriff “destillieren” auf Grillfesten die Leute assoziativ so richtig in Fahrt bringt. Zum Glück wird das jetzt alles anders. Read the rest of this entry »

"Meister, schneid den Stein rasch..."
Die Art und Weise wie Menschen miteinander kommunizieren verändert sich. Privat sind Menschen schon heute in sozialen Netzwerken und Microblog-Communities vernetzt, doch im Berufsumfeld wird der offene Dialog nicht als Chance begriffen, sondern mit Kontrollverlust gleichgesetzt. Dabei ist es in einer immer komplexer werdenden Welt unerlässlich, Wissen und Informationen ohne Hürden miteinander zu teilen. In einigen Bereichen des Geschäftslebens wurde dies bereits sehr früh bemerkt, andere tun sich noch schwer damit, dies zu akzeptieren. Während einige Unternehmen ihre Kommunikationskultur zukunftsfähig gestalten, versuchen andere mit dem Einsatz von Social Media Tools auf den fahrenden Zug aufzuspringen, nur um kurze Zeit später zu bemerken, dass dies ohne fehlende Kommunikationsstrategie schief geht. Wie aber muss sich Kommunikation im Unternehmen ändern, um den Anforderungen von morgen vorbereitet begegnen zu können? Read the rest of this entry »
Was sind die Erwartungen, wenn man zu einer Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft reist? Wie verliert man unter 3.000 Bloggern nicht den Überblick? Und was nimmt man aus Hunderten von Vorträgen zu Design, Flittern, Gamification, Copyright und Open Government mit, wenn man nach Anwendungsfeldern in Unternehmen sucht?
Oftmals vermag eine Keynote den Zuhörer auf das zu Erwartende einstimmen, aber in diesem Fall ließ mich Philipp Schäfers durchaus interessanter Vortrag zum Design Thinking etwas ratlos zurück. Sollte die Quintessenz „Design ist zu wichtig, um es den Designern zu überlassen“ so etwas wie das Motto der re:publica XI sein? Das mag als Aufruf an die digitale Gesellschaft seine Berechtigung haben – als Anreiz für Unternehmen, Interesse oder sogar Investitionsbereitschaft für Web 2.0-Lösungen zu wecken, taugt es nicht.
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Das Thema “Identities: Nothing stays the same. Not even you.” lässt inhaltlich Spielraum, der von den unterschiedlichen Referenten auch genutzt wurde. Das Klingspor-Museum in Offenbach/Main und Mariä Lichtmess (02.02.2011) haben dabei den richtigen Rahmen für den Austaucher von Ideen gegeben. Hängen geblieben sind besonders: Read the rest of this entry »