Das vierte Sandzeitalter und die Digital Natives schrieb ich über mein Abstract, weil die Welt davon erfahren muss, was gerade mit uns passiert. Einen philosophisch nachdenklichen Vortrag wollte ich halten, über Paradigmenwechsel und was das wirklich bedeutet, als mich die Kunde ereilte, die Veranstaltung hieße TedXYouth und richte sich an Kinder und Jugendliche. Mulmigkeit bemächtigte sich meiner als ich mich fragte, ob es möglich wäre, dieses Thema einer Gruppe von 12-17-Jährigen näherzubringen, so dass sie verstehen, was mein Anliegen ist. Oder würden die einfach unruhig auf ihren Stühlen herumruckeln und mich mit Papierfliegern bewerfen? Schließlich geht es ja darum zu klären, wie unsere Wahrnehmung der Welt um uns herum sich verändert, und den Feldstudien an meinen eigenen Kindern kann ich entnehmen, dass dies bei ihnen alle paar Wochen sowieso passiert, so dass die Verwunderung über diese Art der Veränderung sie nicht allzu sehr überraschen dürfte. Diese Erkenntnis war ein wenig desillusionierend, aber es gab kein Zurück. Read the rest of this entry »
Am 13. Oktober fuhren wir gleich drei Stationen an. Als erstes lösten wir unsere Einladung bei United Prototypes ein, der Dachfirma des Social Gaming Projektes Fliplife. Unsere beiden Gastgeber Ibrahim Evsan und Thomas Bachem erzählten uns begeistert über ihr Unternehmen.
Punktuell möchte ich ein paar Informationen wiedergeben:
- Die Belegschaft besteht aus 25 Mitarbeitern im Herzen von Köln.
- Die Unternehmenskultur ist sehr offen, transparent und demokratisch.
- Sie leben das papierlose Büro (weitestgehend).
- Es gibt kein Herrschaftswissen, alles wird in einem Wiki veröffentlicht.
- Für Konflikte gibt es u. a. Nerv-Guns (Schaumstoffpistolen), deren Munition nach der Arbeit auf Kollegen verschossen werden darf.
- Die Arbeit soll Spaß machen, um auch das Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv zu machen. Read the rest of this entry »
Es soll ja noch Menschen geben, denen Begriffe wie Social Media, Social Workplace oder Social Network nichts sagen. Vermutlich sind das die gleichen, denen anlässlich der drohenden Premiere von Windows 95 im Streiflicht der Süddeutschen Zeitung unterstellt wurde, sie hielten Atari für einen japanischen Filmregisseur (es ist Google nicht gelungen, diesen Kommentar in den Tiefen des WWW aufzuspüren – war eine schwierige Zeit für Onlinejournalisten damals). Einer nicht repräsentativen Umfrage auf einem Grillfest vor etwa 4 Wochen zufolge, kennen mehr Menschen in meinem Bekanntenkreis Facebook als den Begriff Social Media. Und häufig sind dies genau die Menschen, die mit einer Mischung aus Neugier und Argwohn fragen, was man denn beruflich so mache, um dann, nach fünf verzweifelten Minuten voller Erklärungsversuche, was ich als Berater für Enterprise 2.0 und Social Workplace denn eigentlich mache und dass es nichts, haha, mit Star Trek zu tun hat, die Zusammenfassung “Ach, ihr macht Facebook für Unternehmen” zu präsentieren. Manchmal gelingt es mir dann noch, ein “nicht so ganz” in den Garten zu werfen. Zur Erklärung, dass eine meiner wichtigsten Aufgaben die Trennung von Hype und Substanz ist, um daraus die Relevanz für Unternehmen zu destillieren, reicht es meistens nicht mehr. Vermutlich, weil der Begriff “destillieren” auf Grillfesten die Leute assoziativ so richtig in Fahrt bringt. Zum Glück wird das jetzt alles anders. Read the rest of this entry »
Eins muss man Google lassen: Sie überraschen immer wieder mit grandiosen Würfen. Selbst, wenn diese nicht immer zum Erfolg führen, tun sie doch eins sicher: Bestehende Methoden von Kommunikation und Arbeitsprozessen zu hinterfragen. Dabei war es ihnen, trotz aller Innovationen bisher nicht gelungen, wirklich einen Fuß in Social Networks zu setzen: Sowohl Google Wave als auch Google Buzz konnten nur eine eher geringe Nutzeranzahl begeistern, ganz zu schweigen von Orkut, das fast nur in Brasilien angenommen wurde. Aber jetzt soll alles anders werden und Google+ verspricht der Clou, nach der Google Suchmaschine, zu werden. Read the rest of this entry »
Ob Social Media für B2B interessant ist, ist eigentlich ein gänzlich unglücklicher Titel für eine Diskussion. Zumindest lehrte mich das der Besuch in Braunschweig. Warum? Es könnte zu einer Glaubens-Diskussion werden, darum. Aber mal von vorne.
Vom 5. bis 6. November fand das Barcamp in Braunschweig statt. Im Gepäck hatte ich zwei Sessionvorschläge, unter anderem eben aus besagter Diskussion. Angekündigt hatte ich die strategische Ausrichtung von Social Media, auch im Hinblick darauf, den Geist für die interne Kommunikation zu öffen. Nein, so gut war es nicht, denn so wie es sich herausstellte, sind die Begriffe noch lange nicht bei jedem so angekommen wie beim Nachbarn links und rechts daneben. Kurz gesagt: Es wurde mehr darüber diskutiert, was Social Media eigentlich ist als Erfahrungen auszutauschen. Das war sehr schade, nicht nur für mich sondern vor allem auch für diejenigen, die sich mehr Informationen zur Strategie wünschten. Read the rest of this entry »
Meine Kollegen hatten kürzlich eine Präsentation bei einem unserer Kunden. Dabei wurde ein von uns ausgearbeitetes Enterprise 2.0 Konzept vorgestellt, das daraufhin diskutiert wurde. Dabei kam auch die Frage des Kunden auf, warum Statusupdates wichtig seien? Ist das nicht ein Instrument, um Mitarbeiter zu kontrollieren? Der Betriebsrat wurde hellhörig.
Eine für uns neue Erkenntnis der Sicht, denn wir hätten das Statusupdate nie in das Konzept eingebaut, wenn wir Mitarbeiterkontrolle im Sinn gehabt hätten. Was uns da geritten hat? Das möchte ich gern erläutern und dabei die Möglichkeiten dieses Hilfsmittels beschreiben. Read the rest of this entry »
In der Zeit, in der ich für die Siemens AG gearbeitet habe war das Thema Wissensmanagement immer höchst präsent. Gerade in der IT fielen eine Fülle von technischen Dokumentationen, Protokolle, Checklisten uvm. an, die regelmäßig ergänzt und aktualisiert werden mussten. Neben diesen Anforderungen lag eine der Schwierigkeiten mitunter auch darin, dass oft mehrere Personen ein Dokument bearbeiteten und dass diese Mitarbeiter nicht zwingend in nur einer Abteilung oder gar an einem Standort und in einer Zeitzone operierten. Die Kunst war also, all das vorhandene IT-Wissen zu evaluieren, anschließend aufzuräumen, zu sortieren und das IT-Portal so aufzubauen, dass es für jedermann, in den nationalen und internationalen Standorten, logisch aufgebaut und nützlich ist. Sicher ist Siemens kein Einzelfall und der ein oder andere von Ihnen sah oder sieht sich vielleicht genau vor die gleichen Herausforderung gestellt. Aber dies ist nun schon ein paar Jahre her und wie wir wissen, dreht sich die Welt immer weiter. Heute stehen wir uns einer neuen Herausforderung gegenüber: Dem Innovations- und Ideenmanagement. Read the rest of this entry »