Bianca Gade

Das war der IOM-Summit 2012 in Köln

Bianca Gade am 27. Juni 2012   Jetzt kommentieren




Als wir uns auf den Weg nach Köln machten waren wir gespannt, was uns auf dem IOM-Summit erwarten würde. Über mehrere Wochen wurden das Leadership 2.0 Seminar und der Workshop konzipiert und die Social Media Kanäle mit Infos gefüttert. Keine 48 Stunden vorher entschied dann das Schicksal, dass Tobias Mitter und ich unseren Kollegen Kai Eric Fitzner, der krankheitsbedingt ausfiel, bei beiden Programmpunkten vertreten mussten. Was wir gern taten und auch mit guten Feedback der Teilnehmer, deren Ergebnisse ich hier kurz zusammenfasse.

Leadership 2.0 Seminar

Gleich am ersten Konferenztag wurden von 9 bis 13 Uhr parallel drei Seminare gehalten, darunter auch unseres. Rund 13 UnternehmensvertreterInnen aus den Bereichen IT, Wissensmanagement und Collaboration fanden sich im Seminarraum im 27. Stockwerk des KölnSky ein. Eine atemberaubende Kulisse nebst kurzzeitig zwei vorbeifliegenden Helikoptern auf Augenhöhe. Doch auch wenn der Ausblick zum In-Gedanken-schwelgen anregte, wurde konzentriert dreieinhalb Stunden die Frage behandelt: Was zeichnet die Führungskraft der Zukunft aus? Begonnen wurde mit zwei Impulsvorträgen: Ersterer galt dem ganzheitlichen Thema “Welt im Wandel”, der den Paradigmenwechsel beleuchtete. Vom Druck von Außen und von Innen, sowie Gedanken dazu, was wir von externen sozialen Netzwerken für die interne Kommunikation lernen können. Und natürlich durfte auch das Thema Motivation 2.0 nicht fehlen - an der Stelle kurz angerissen mit dem Thema: Wenn Motivation Misstrauenskultur fördert.

Im zweiten Impuls wurde von Tobias Mitter etwas detaillierter auf die neuen Anforderungen ans Management eingegangen - u.a. mit Fallbeispielen, teils aus unseren Projekten & Erfahrungen. Nach einer gefühlt viel zu kurzen Kaffeepause ging es mit ein paar Minuten Verspätung in den interaktiven Teil, in dem praxisrelevante Aufgabenstellungen in zwei Gruppen bearbeitet wurden.

Im Ergebnis hat sich beeindruckend gezeigt, dass soziale Vernetzung für Unternehmen nur zusammen mit dem Management funktioniert. Die Komplexität möglicher Einzelmaßnahmen ist dabei enorm, wobei sich zentrale Punkte bei beiden Arbeitsgruppen herausgebildet haben:

  • Nutzen der sozialen Vernetzung ermitteln & kommunizieren
    Konkrete, interne Vorteile sollen ermittelt und den Führungskräften für sich, dem Unternehmen und ihren Mitarbeiter der Nutzen deutlich gemacht werden.
  • Ängsten vor Veränderungen begegnen
    Angst vor dem Wandel hat auch das Management. Machtverschiebung, Kontrollverlust und Datensicherheit sind nur drei davon. Chancen müssen aufgezeigt und gelebt werden.
  • Commitment des Top-Managements
    Bottom-up geht nur bedingt: Um nicht beim mittleren Management möglicherweise stecken zu bleiben benötigt es vorallem die Zustimmung des Top-Managements.

Social Workplace Workshop

Fragestellung: Welche organisatorischen Auswirkungen hat die Einführung des Social Workplace und wie bereiten wir uns darauf vor?

Am zweiten Konferenztag wurden die IOM-Teilnehmer nach der Mittagspause in zwei Workshops eingeteilt, von denen Tobias Mitter und ich einen übernahmen. Während der andere Workshop sich konkret um die IT-Umsetzungsmöglichkeiten drehte, boten wir ca. 35 TeilnehmerInnen an, sich strategischen Fragen zu widmen.
Im Workshop hat es sich gezeigt, dass noch viele Punkte hinsichtlich interner Vernetzung offen sind: Wie verändern sich Führungssituationen konkret? Wie motiviere ich zur Teilnahme? Wie schaffe ich ein Bewusstsein zur Dringlichkeit beim Management und wie können wir Kommunikation verbindlich machen? Um dem Druck durch erhöhte Kundenerwartungen und dem „war for talents“ zu begegnen, können durch die Gruppenarbeiten generelle Praxistipps abgeleitet werden:

  • Kollegen und Management Ängste nehmen
  • Multiplikatoren finden, vernetzen und einbinden
  • Als aktives Vorbild andere davon überzeugen und kontinuierlich coachen

Dabei wurde auch klar, dass das Top-Management als ein ganz wichtiger Schlüsselfaktor fungiert: Denn viele sind sich der Dringlichkeit und der Besonderheit des Wandels nicht bewusst und es bedarf viel Zeit und Mühe in Überzeugungsarbeit.

Keynote

Frisch aus Boston von der Enterprise 2.0 Conference kommend, betrat am Ende des IOM-Summits Daniel Kraft als Gesellschafter und Social Workplace Stratege von netmedia die Bühne. Mit seiner inspirierenden Art traf er mit seinen Worten den Kern der Veranstaltung. Er machte denjenigen Mut, die einen scheinbar endlosen Kampf im Unternehmen führen, um das Thema Social Workplace zu platzieren und gab kritischen Führungskräften mit klaren Worten zu verstehen, was auf sie zukommt, wenn sie den Wandel aussitzen - es wird sie schlichtweg bald nicht mehr geben:

Fazit

Der IOM-Summit war und ist immer noch eines der wichtigsten Events, die es zum Thema digitaler Arbeitsplatz gibt. Das zeigte sich nicht nur durch die Seminare und Workshops, sondern auch durch die vorgestellten Use Cases von Großkonzernen. Auch wenn viele davon in IT-Projekten verweilen ist dennoch bei manchen eine deutliche Entwicklung hin zum Social Workplace erkennbar. In jedem Fall besonders hervor zu heben ist, dass die teilnehmenden Unternehmensvertreter hauptsächlich unter sich waren, was den Erfahrungsaustausch so besonders machte. Das Erkennen des Einzelnen, wo er sich befindet und wie er sich weiterentwickeln kann, waren in den beiden Tagen sicher einer der wichtigsten Erkenntnisse für alle Teilnehmer. Leadership 2.0 scheint außerdem ein Thema zu sein, das in den letzten Monaten stark an Aufmerksamkeit gewonnen hat, was uns das gut besuchte Seminar, die Fragen im Workshop und die Gespräche bestätigten. Dies ist eine Entwicklung, die wir nur begrüßen können.