Bianca Gade

Der Social Bus auf Deutschland-Tour: Tag 1 beim IBM JamCamp

Bianca Gade am 11. Oktober 2011   Jetzt kommentieren




Das war am ersten Tag schon ein guter Auftakt: Stau auf der Autobahn und Notfall-Stopp bei den Straßenbahnen in München. Ich selbst hatte Glück und bin mit dem Taxi ohne besondere Vorkommnisse in die Wilhelm-Brandt-Allee 2 zu silicon.de gestoßen – und flüchtete in den Eingang vor dem Regen. Langsam aber sicher gesellten sich immer neue Gesichter dazu, und nach wenigen Minuten des Wartens ging es dann auch in die heiligen Hallen von CBS Interactive GmbH, wo unter anderem silicon.de seinen Sitz hat. Nach einer kurzen Begrüßung, bei der die leitende Redakteurin Sibylle Gassner sich und das Unternehmen vorstellte, ging´s weiter zur Teilnehmervorstellung und dann auch gleich mit einer provozierenden Frage in die Diskussion: Lesen junge Menschen lieber auf Wikipedia als klassische News? 

Station 1: CDS Interactive GmbH, silicon.de
Abgesehen davon, dass für mich beides ganz unterschiedliche Kanäle sind, in denen unterschiedlicher Content verarbeitet wird, führte die Frage schnell weiter zu: Für was würden User bezahlen in einer (Online-)Welt, in der Gratiscontent normal ist? Die eine wahre Antwort gibt es wohl nicht und so ging die Diskussion weiter zu: Welchen Herausforderungen müssen sich Unternehmen stellen, wenn sie im Social Web aktiv sind? Welchen Nutzen ziehen sie daraus, wenn sie aktiv in den Dialog mit Kunden gehen? Natürlich kam das Gespräch auch auf die interne Kommunikation zu sprechen, was so wie es mir schien, bei silicon.de noch kein Thema ist. Vielmehr wurden sie von Social Media überrascht, da ihr Fokus im Grunde ein ganz anderer war. Dass das Thema jemals so groß werden würde, wurde nicht erwartet – was nicht heißt, dass sie es nicht annehmen wollen und nun nach Wegen suchen, dies zu tun.Ich persönlich finde es gut von silicon, sich diesen Fragen offensiv zu stellen, z. B. auch indem sie uns einluden. Zwei Stunden Diskussion reichten natürlich bei weitem nicht aus, das Thema in allen Facetten anzugehen, aber ich hoffe, wir konnten ein paar Ideen geben. Auch ich fand es interessant zu erfahren, welchen Spagat sie bewältigen, hätte mir aber auch gewünscht, einen Fokus in der Diskussion zu setzen und sich auf ein Thema im Detail zu konzentrieren als so viele Punkte anzuschneiden.

 

Station 2: IBM Campus, Ehningen

Nach einer angenehmen Busfahrt mit Kaffee, Schokolade und WLAN kamen wir drei Stunden später in Ehningen auf dem IBM Campus an und wurden von strahlendem Sonnenschein begrüßt. Thema des Tages war die Präsentation von Arndt Layer undStefan Pfeiffer „Smarter Work Roadshow 2011“. In dieser stellten sie uns vor, wie sie intern bei IBM die Faszination Social Business ausrollen. Hier ein kleiner Abriss:

  • Die Kolleginnen und Kollegen erhalten einen Einblick in die technischen Funktionen der Softwareprodukte für ihr eigenes Arbeiten.
  • Ihnen soll die Hemmung genommen werden, die Produkte zu nutzen, um effizienter arbeiten zu können.
  • Communities werden von Kollegen gegründet (zum Beispiel eine für MAC-User), um Mitarbeitern auf sozialer Ebene einen Grund für das Nutzen der Software zu geben.
  • Der eigene Nutzen soll für Mitarbeiter durch Use-Cases klar(er) werden.
  • Gute Erfahrungen von regelmäßigen Social Software Nutzern werden im Intranet und im firmeneigenen Magazin verbreitet, um Quick-Wins anderen Mitarbeitern authentisch zu präsentieren.

Beeindruckt hat mich dabei sehr, dass die Roadshow aus Eigeninitiative der Social Business Enthusiasten selbst kommt. Zweimal im Jahr reisen sie von Standort zu Standort, um neben ihrer eigentlichen Arbeit das Thema intern voran zu bringen. Das wird so gut angenommen, dass es mittlerweile auch schon ein europaweites Projekt dazu gibt, in dem hauptberuflich daran gearbeitet wird, Mitarbeiter zur Nutzung zu motivieren und ihnen die Berührungsängste vor der Software zu nehmen. Und so wurde mir bewusst, dass auch eine IBM wie jedes andere Unternehmen mit den Herausforderungen von Motivation und Engagement der eigenen Belegschaft, im Intranet und Internet zu kämpfen hat. Einen Unterschied macht allerdings, dass das Thema beim Management hoch priorisiert wird, was es den engagierten Mitarbeitern erleichtert, es voran zu bringen und andere dazu motiviert, es ihnen gleich zu tun.

Bei einem leckeren Abendessen in einem gemütlichen Restaurant im beschaulichen Gärtringen ging so der erste Social Business JamCamp Tag zu Ende. Für mich war es ein toller Auftakt in dem alles zusammen kam: Einblicke in die Unternehmen und tolle Diskussionen zwischen ihnen und den Bustourteilnehmern. Der Abend war ein Abschluss, in dem viel gelacht wurde – und sogar einen Geburtstag hatten wir zu feiern. Einfach schön.

Nächste Stationen sind: FRITZ & MACZIOL in Karlsruhe und SAP in Walldorf