Tobias Mitter

Gartner: 80 % der Social Software Vorhaben scheitern bis 2015

Tobias Mitter am 19. Februar 2013   Jetzt kommentieren




Das Blatt lässt sich noch wenden

Social Business - der Einsatz von Social Media sowohl nach außen als auch im Unternehmen - ist zweifelsohne die Arbeitsweise der Zukunft. Es gibt kaum noch ernsthafte Stimmen, die in Emails oder starren Prozesswerkzeugen die Lösung der Herausforderungen einer globalen und in Echtzeit vernetzten Welt sehen. Deswegen hat die Einschätzung von Gartner, 80 % aller Social Business Vorhaben würden bis 2015 ihre Ziele nicht erreichen, für einiges Aufsehen gesorgt. Im Detail:

Zu viel Technik, zu wenig Strategie
Viele Unternehmen konzentrieren sich auf die Auswahl technischer Plattformen während Führungskräfte es versäumen, eine Strategie für Social Business zu entwickeln.

Nicht vergleichbar mit früheren Technologieeinführungen
Die erfolgreiche Nutzung von Social Software setzt eine neue Perspektive voraus: Während bei ERP, Dokumentmanagement oder CRM die Nutzung per Arbeitsanweisung diktiert wurde (Push), hat Social Software den größten Effekt, wenn es von Mitarbeitern freiwillig genutzt wird, um besser zu arbeiten (Pull).

Keine organisatorische Gestaltung durch Führungskräfte
Führungskräfte unterschätzen die notwendigen organisatorischen Veränderungen und ihre Vorbildfunktion: Projekt-Sponsor zu sein reicht nicht aus; es braucht ein aktives Leben und Gestalten der Verbesserungen im Unternehmen, die Social Software leistet.

In vielen Unternehmen wird Social Business auf eine Technik oder einen neuen Kommunikationskanal reduziert - entsprechend häufig landet der Auftrag bei der IT oder der Unternehmenskommunikation. Und viele Führungskräfte, die es eigentlich besser wissen, scheuen davor, das erst mittelfristig messbare Thema, so wie Gartner es fordert, auf die Führungsagenda zu setzen. Damit ist die Gefahr groß, dass durch Abwarten/Wegdelegieren falsche Investitionen getätigt werden (s. o. Technik-Fokus) und - weit schlimmer - jahrelanger Rückstand in einem zentralen Veränderungsprozess entsteht.

Dabei können Führungskräfte heute auf Erfahrungen und Vorgehensweisen aus 5 Jahren praktischem Einsatz von Social Business profitieren. So erlaubt unser Einführungsprozess für Social Business, den Führungskräften an den richtigen Stellen strategische Entscheidungen zu treffen und dennoch die eigene Arbeitsbelastung über die Dauer des Projektes zu minimieren. Und was häufig vergessen wird: Auch Führungskräfte müssen erst lernen, wie sie die Umsetzungsmöglichkeiten von Social Business in ihrem Unternehmen wirtschaftlich beurteilen und in die Tat umsetzen können. Mit einer "Social Media" Schulung ist es dabei nicht getan.

Dieses Jahr 2013 wird in mehrfacher Hinsicht ein entscheidendes Jahr für Social Business: In Gesprächen mit Unternehmen ist immer weniger das "Womit", sondern immer mehr das "Wie" das beherrschende Thema. Wenn Sie 2015 für Ihr Unternehmen als Ziel die 20 % statt der 80 % haben, sind die Punkte von Gartner ein guter Anlass über die nächsten Schritte nachzudenken.

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