Bianca Gade

Leadership 2.0 - Interview mit Stephan Grabmeier, Deutsche Telekom AG

Bianca Gade am 06. Juni 2012   Jetzt kommentieren




Stephan Grabmeier ist bei der Deutsche Telekom AG Head of Culture Initiatives und für unsere Interviewserie zum Thema Leadership 2.0 ein weiterer, spannender Interviewpartner. Vor wenigen Tagen besuchte ich ihn in seinem Bonner Büro, wo ich ihm einige Fragen zur Rolle der Führungskraft von morgen stellte - im speziellen zu den Führungskräften bei der Telekom. Das Unternehmen ist seit mehreren Jahren dafür bekannt, dass es Enterprise 2.0 für sich sehr engagiert umsetzt und hat aufgrund dessen schon einiges an Erfahrung zur Rollenveränderung gesammelt:

Die Antworten in der Kurzfassung

Woran merkt die Telekom, dass sich der Arbeitsplatz wandelt?
Die Telekom verspürt vor allem Impulse von Mitarbeitern, von Kunden und über den technologischen Wandel im Allgemeinen.

Bottom-up oder Top-down: Wie war es am Anfang und welche Rolle haben die Führungskräfte eingenommen?
Es war überwiegend ein Bottom-up-Ansatz durch Technik-affine Kolleginnen und Kollegen. Sie brachten viel unternehmerischen Geist und Energie in das Thema ein und bekamen auf der anderen Seite die Chance, zu testen und zu experimentieren.

Gibt es Branchen, wie z. B. die der Telekom, die für den Wandel besonders prädestiniert sind oder kann das grundsätzlich jede Organisation?
Grundsätzlich ist es branchenunabhängig.Durch die Produkte und Services liegt es aber nahe, dass die Telekom sich früh mit dem Thema beschäftigt. Das soll aber nicht als Ausrede gelten, dass andere sich nicht damit befassen.

Gibt es Mitarbeiter, die sich dem Wandel gegenüber kritisch äußern und wenn ja: Wie geht die Führungskraft damit um?
Es gibt unterschiedliche Anwendungs-/Nutzungstypen, nicht alle Kollegen sind Web-affin. Unabhängig vom Alter hängt es von pesönlichen Einstellungen ab und von den Fragen: Wie gut kann der Mitarbeiter mit den Medien umgehen, wie affin ist er/sie? Welche Ängste bestehen und wie kann der Transfer in den Alltag erreicht werden?Das stärkste Instrument, das die Führungskraft hat, ist den Wandel aktiv vorzuleben. Sie muss den Mitarbeiter begleiten, unterstützen und sich bewusst sein, dass Social Media nicht delegierbar ist.

Was half, Führungskräfte in den digitalen Arbeitsplatz kulturell einzubinden?
Es half, die Zeit dafür zu haben mit Führungskräften ausführlich darüber zu sprechen. Viele Dinge sind nicht selbsterklärend. Gute Erfahrungen wurden mit dem Reverse-Mentoring gemacht, bei welchem Kollegen den Führungskräften helfen, in das Thema einzutauchen. Dabei muss den Führungskräften bewusst sein, dass das Thema Enterprise 2.0 nicht wie viele andere Themen delegierbar ist. Sie sollten für sich selbst eine Agenda aufstellen: Was bedeutet es für mich persönlich, was für den Bereich, und wie gehe ich in meinem Team damit um?

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für das Interview! :)

Weitere Interviews

Stephan Grabmeier wird auf dem IOM-Summit am 19. und 20. Juni 2012 in Köln den Vortrag mit dem Thema “Vortrag: Enterprise 2.0 - Transformation radikal! Der Weg zur Social Organization” halten. Für beide Veranstaltungstage konnten wir für unsere Leser einen Rabatt von 30 % vereinbaren. Für die Anmeldung nutzen Sie bitte einfach unseren Promotioncode netmedia30.

Und an unsere Leser: Finden Sie sich in den Antworten wieder? Haben Sie vielleicht auch als Führungskraft den Wandel gespürt oder leben ihn gar?