Boris Brenner

SharePoint 2013 - Neue Chancen für die Zusammenarbeit

Boris Brenner am 03. Juli 2013   Jetzt kommentieren




Vor kurzem fiel mir ein Artikel in einer IT-Zeitschrift auf, dessen Tenor ungefähr folgender war: Setze SharePoint 2013 mit seinen vielfältigen neuen Features zur Social Collaboration ein, und Deine Mitarbeiter werden ganz wie von selbst beginnen, wertschöpfend zusammenzuarbeiten.

Um es kurz zu machen: das ist völliger Unsinn. Ebenso gut könnte man erwarten, durch die Installation einer Textverarbeitung zum Romanautor zu werden. Genau so, wie ich ein guter Schriftsteller sein muss, um mit dem Werkzeug der Textverarbeitung meinen Bestseller zu schreiben, müssen die Mitarbeiter zuerst den Wert der Social Collaboration erkannt haben und leben wollen, um die funktionalen Neuerungen des Werkzeugs SharePoint auch sinnvoll nutzen zu können.

Und gerade hier wird die seit vielen Jahren gepriesene neue Rolle der Unternehmens-IT als strategischer Wegbereiter der Unternehmensführung und -entwicklung deutlicher als irgendwo sonst. Es geht nicht mehr darum, "ein SharePoint aufzusetzen", um Projekträume zum Dokumentaustausch und zur Newsverwaltung bereitzustellen, sondern vielmehr darum, einerseits den Wünschen und Erwartungen der kollaborationswilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine funktionsstarke Plattform zu bieten, und andererseits den noch nicht Überzeugten attraktive Anreize zu schaffen, ebenfalls den Pfad der Social Collaboration einzuschlagen. Um die Erfolgsfaktoren Mensch, Business und Technologie richtig zu berücksichtigen, hat netmedia für Social Collaboration Projekte ein klares Vorgehen entwickelt: Das Adoption Framework.

Die besondere Herausforderung der Unternehmens-IT liegt hierbei nicht etwa darin, die neuen kollaborativen und sozialen Werkzeuge des neuen SharePoint als einzelne Module oder Features in den SharePoint-Sites zu "verteilen". Viel wichtiger ist die Schaffung einer Gesamt-Informations- und Kollaborationsarchitektur, die den einzelnen Mitarbeiter von seiner aktiven Holschuld für Informationen möglichst weit entbindet, und ihm stattdessen auf Basis seines Profils, seiner Reputation, seiner Fähigkeiten und Interessen die für ihn relevanten Informationen quasi automagisch zur Verfügung stellt.

Denn genau hier liegen die eigentlichen Chancen des neuen SharePoint 2013: Nicht etwa, wie in der Vergangenheit, Diskussionen, Information und Kollaboration aufgrund von Zugehörigkeit einzelner Dokumente, News oder Wikibeiträge zu projektspezifischen SharePoint-Unterwebsites zu ermöglichen, sondern vielmehr aufgrund inhaltlicher, thematischer Zusammenhänge.


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