Dr. Carsten Sommer

Adoption? Na klar Adoption!

Dr. Carsten Sommer am 06. Dezember 2012

 

Als ich den Begriff vor einiger Zeit gelesen habe, konnte ich mir zunächst nichts Konkretes darunter vorstellen; inzwischen ist die Verwendung klar geworden und es ist, obwohl nicht immer mit dem Begriff beschrieben, das Topthema bei unseren Kundenprojekten. Unter Adoption wird die Akzeptanz von Software in Unternehmen verstanden - sprich: Nutzen die Mitarbeiter die teure Lösung überhaupt? 
An dieser Stelle ein kurzer Überblick was dahinter steckt und wie man mit den neuen Anforderungen umgehen kann:

Viele unserer aktuellen Social Business Projekte lassen sich in 2 Gruppen aufteilen:

  1. Eine Abteilung (oft die IT) hat die Aufgabe bekommen, eine Social Software auszusuchen, erfolgreich einzuführen und muss jetzt liefern. 
  2. Schritt 1 liegt ein paar Monate zurück und die Akzeptanz liegt hinter den Erwartungen zurück.

Im ersten Fall macht sich die IT Gedanken und sucht eine Lösung aus, die aus Ihrer Sicht alle (kommenden und nicht spezifizierten) Anforderungen abdecken kann. Natürlich machen die Mitarbeiter aus der IT eine gute Arbeit und versuchen auch alle ihnen bekannten Eventualitäten zu berücksichtigen. Mangels konkreter Vorgaben kann die Lösung am Bedarf der anderen Abteilungen vorbei gehen. Das ausgewählte System steht sicher hinter der Firewall und die Benutzerverwaltung synchronisiert sich prima mit dem internen ADS, aber auch mit nichts anderem, eine für einen späteren Zeitpunkt geplante Einbeziehung von Kunden und Partnern wurde im Projekt nicht berücksichtigt. 

Monitoring der verschiedenen Business relevanten  Aktivitäten ist nur umständlich zu integrieren und für die Einführung (nicht Bedienung), den Abgleich mit der Strategie des Unternehmens, Motivation und die veränderten kulturellen Anforderungen kann nicht die IT verantwortlich gemacht werden. Hier fehlt oft die strategische Ausrichtung für den neuen Bereich Social Business. 

Im zweiten Fall stellt sich im Projekt nach paar Monaten heraus, dass die anfängliche Motivation der Nutzer nicht mehr vorhanden ist. In einzelnen Abteilungen wird die Lösung noch gut genutzt, doch die eigentliche Idee, die Kommunikation über Abteilungen zu verbessern, wurde verfehlt. Dabei wurde am Anfang doch so viel versprochen (von wem auch immer): virale Verbreitung wird das Projekt in allen Abteilungen erfolgreich machen, selbst die Abteilungen, die jetzt nicht miteinander können, werden dann miteinander kommunizieren (wer’s glaubt) und im Privatleben schreiben die Leute doch auch so gerne. Aber auch hier gilt, wie im ersten Beispiel: ohne Ziele und Strategie und auch die Unterstützung durch den Vorstand wird es nicht zu einer Veränderung kommen. Nur weil es jetzt Möglichkeiten gibt, über Abteilungs- oder Standortgrenzen zu kommunizieren, wird es nicht automatisch und im Sinne des Unternehmenerfolgs genutzt werden.

Was also tun? Bei einem Unternehmen schauen, wo Social Business erfolgreich eingeführt wurde? Erfolgreich wobei eigentlich: eine Erfolgsmessung ist nicht einfach, wenn Strategie und Ziele nicht definiert wurden, die Anzahl von aktiven Usern, geschriebenen Beiträgen etc. ist nur bedingt geeignet. Zudem sind Messungen sehr individuell zu definieren, was in einem Unternehmen als erfolgreich angesehen wird, muss in einem anderen noch lange nicht relevant sein.

Ein einfaches Übertragen vom System und der Einführung mit denselben Schritten wird nicht funktionieren. Firmen sind individuell, geprägt durch die Geschäftsführung und die Mitarbeiter. Erst nach einer Analyse der bestehenden Potenziale, der Erarbeitung der Strategie und Zieldefinition wird aus unserer Erfahrung die Einführung von Social Business langfristig für die gesamte Firma erfolgreich sein. Dabei helfen klare Abläufe und bewährte Methoden, um schnell Klahrheit zu schaffen.

Zum Abschluss noch eine Frage: wer hat einen aussagekräftigen deutschen Begriff für Adoption:Einführung, Annahme, Durchdringung, Akzeptanz, …?