Bastian Wilkat

Wie Gen-Y und Digitalisierung Geschäftsmodelle beeinflussen

Bastian Wilkat am 29. September 2014

 

Bastian Wilkat beleuchtet, wie die Digitalisierung und die zunehmende Anzahl an Gen-Y Vertretern in Unternehmen, Geschäftsmodelle beeinflussen.

Diskutieren Sie mit Bastian Wilkat und anderen Gen-Y Vertretern über die Zukunft der Unternehmensführung: http://bit.ly/geny-kongress

Diskutieren Sie mit Bastian Wilkat und anderen Gen-Y Vertretern über die Zukunft der Unternehmensführung: http://bit.ly/geny-kongress

Über die Digitalisierung wird viel und gerne geforscht und geschrieben. Das Neue hat eben für Viele einen Reiz. Ich möchte den Blick jedoch einmal auf die Auswirkungen der Digitalisierung auf bestehende Geschäftsmodelle lenken. Denn was ich wahrnehme ist, dass Entscheider/innen in Unternehmen, denen es bisher "ganz gut erging", viele Entwicklungen oft als modische Erscheinung – als Trend, der wieder vorüberzieht –  betrachten. Und wie oft hat sich das nächste große Ding gar nicht zu dem entwickelt, was seine Verfechter erhofften? Sehr oft natürlich. Es ist deswegen in der Tat sinnvoll, sich nicht von einer giftigen Neomanie anstecken zu lassen – erst recht nicht, wenn am Ende des Tages Menschen auf ihr Gehalt warten. Aber - und ich hier möchte ich das Fazit bereits vorziehen –  vor offensichtlichen und bereits länger anhaltenden Entwicklungen, die sich immer stärker auch in harten Zahlen ausdrücken, kann man nicht nicht reagieren: Entweder man adaptiert und kriegt die Kurve - oder... lassen Sie uns einen Blick in die Bankenbranche werfen.

Krisen erzeugen neue Geschäftsmodelle

Die großen und finanzstarken Banken sind seit 2008 immer noch mit der Aufbereitung der Krise beschäftigt, die deutlich mehr als ein Schlag gegen den Bug war. Während die Augen stets auf Schadensbegrenzung und Rettung der Geschäftsmodelle lagen, hat sich relativ unbemerkt eine neue Generation von Finanzdienstleistern jeder Coloer entwickelt. Innerhalb der letzten Jahre sind unzählige Start-Ups entstanden, die bestehende Geschäftsmodelle der Finanzwelt angreifen. Ihre Dienstleistungen sind günstiger, schneller, einfacher und transparenter. Als ob das nicht schon genug wäre, entstehen darüber hinaus komplett neue Geschäftsmodelle: Corwdfundingplattformen wie seedmatch, bei denen man schon mit Kleinbeträgen in Start-Ups investieren kann, oder auxmoney, bei der man als Privatperson anderen Privatpersonen Geld leihen kann. Was für viele noch nach Spielerei klingt, wirkt sich jedoch merklich auf die Bankenbranche aus: Kunden wandern ab, Filialen werden geschlossen und erste Ertragsverluste werden spürbarer. 

Welchen Einfluss hat die Generation Y?

Weder ist die Digitalisierung, noch der Wunsch der Kunden die Ursache der Entwicklung. Sie befeuern sich vielmehr gegenseitig: Start-Ups testen neue Modelle, es gibt einige frühe Nutzende und mit etwas Glück entwickelt sich ein wachstumsstarkes Geschäft. Mal trifft eine Idee auf Nachfrage und mal eben nicht. Die grundsätzliche Offenheit gegenüber unkonventionellen Geschäftsmodellen nimmt jedoch mit der immer größeren Gruppe der vieldiskutierten Gen-Y zu, denen gerne eine erhöhte Digitalaffinität nachgesagt wird. Wenn wir die Gen-Y stark verkürzt als die heute 25 - 30 jährigen umschreiben, deckt sich das mit einer Studie der Universität Hohenheim, wonach 80% dieser Gruppe ihre Konten online führen. Es wachsen schlicht weniger Kunden für das Filialgeschäft nach. Neben einfachen Tätigkeiten wie Kontoführung, spielen sich zunehmend auch komplexe Beratungen online ab. Und nicht in Einbahnkommunikation, sondern im echten Dialog mit Experten und Laien. Die Online-Bank Fidor ist ein eindrucksvolles Beispiel, wie eine starke Community - also die Crowd - freiwillig Aufgaben übernimmt. Und das lässt die Kosten und damit einhergehend die Endkundenpreise weiter fallen.

Die Zukunft bleibt immer ergebnisoffen

Allerdings ist noch nichts in Stein gemeißelt. Es lässt sich ebenfalls beobachten, dass die besagten Start-Ups noch viele rechtliche Fragen klären müssen, um langfristig Bestand zu haben. Ebenso spielt die Diskussion um Datensicherheit, die in Deutschland wie in keinem anderen Land der Welt so rigoros geführt wird, in einer sowieso schon von Sicherheitsanforderungen geprägten Branche, eine exponierte Rolle.

Übrigens: Es existieren Hochrechnungen, wonach im Jahr 2020 durchschnittlich 75% der Belegschaft aus der Gen-Y kommen. Diese werden sicher den Mut zu Innovationen haben, den traditionelle Banken heute so dringend bräuchten. Aber ob es diese Banken 2020 noch gibt, steht auf einem anderen Blatt.

Bastian Wilkat spricht am 17.10. auf dem Gen-Y Kongress: Unternehmensführung der Zukunft zum Thema: „Let’s get digital – Wie Unternehmen und Mitarbeiter heute schon wie morgen arbeiten“. Karten erhalten Sie hier.