Daniel Kraft

Die Crowd am Limit

Daniel Kraft am 28. Januar 2011

 

Für viele ist Enterprise 2.0 ja etwas ganz besonderes in sich, etwas neues sogar spannendes … zumindest erscheint es so, wenn man sieht, wie viele Tweets und Blogs sich damit beschäftigen. Das Bloggen über das Tweeten und das Tweeten über das Bloggen ist schon ein besonderer Auswuchs. Es geht gar nicht mehr um dasWarum, sondern nur noch um den Hype, ein interessanter Artikel von Vivek Wadhwa zum Hype über Quora mag das illustrieren.So trifft es sich gut, dass wie alle Jahre wieder im Sommer die Enterprise 2.0 Conference ansteht. Wenngleich immer noch eine erfrischende Anzahl an Geeks kommen wird, das Internet im Hotel wie immer zusammen bricht und das Essen wie jedes Jahr von den Dinosauriern der IT Industrie spendiert wird, sind wir diesmal in geheimer Mission unterwegs – im Auftrag des Kunden.

Allein diese Aussage jagt mancher Agentur einen eiskalten Schauer über den Rücken. Denn der Kunde ist in der Regel die fehlende Variable, wenn es um die Gleichung des E2.0 geht. Dazu gerne mal später mehr, aber zurück zur geheimen Mission.

Jeder, der in der Umsetzung seiner Firmenstrategie die Vorteile aus moderner Kommunikation, offenem Austausch und modernen Tools nutzen möchte (manche nennen das Enterprise 2.0), wird irgendwann dazu übergehen, mit anderen auch über die Firmengrenzen zu sprechen, sich über Erfahrungen auszutauschen. Leider ist dies in Deutschland nur vereinzelt möglich, weil die meisten nicht über ein glorifiziertes Wiki hinaus gekommen sind und somit ein Dialog über Erfahrungen oder gar Strategien schnell erschöpft ist. Also auf nach Amerika…

Bereits im November haben wir von unserem Ausflug zu den Content Days in Washington berichtet und sogar einige sehr nette Kontakte zu Firmen gewonnen, die trotz des teilweise bizarren Produktangebots erstaunliche Lösungen gebaut haben. Nun wollten wir es noch einen Schritt weiter bringen und haben uns, oder besser gesagt gemeinsam mit unserem Kunden B.Braun, für die Enterprise 2.0 Conference in Boston mit einem Vortrag beworben.

“Beworben” ist hierbei wörtlich zu nehmen, denn unser Wunsch, der Community was Gutes zu tun, musste erst dem harten Urteil der Crowd standhalten. Also machten wir uns – wie mehr als 300 andere auch – auf und reichten einen Vortrag ein.

Und wer hat es auf die ersten Plätze geschafft? Wir natürlich, sonst würde der ganze Artikel ja nicht so viel Spaß machen :-) Aber interessanterweise waren wir die einzige Case Study, die es nach vorne gebracht hat. Warum? Weil es wie so oft nicht um den Inhalt ging, sondern um die Zustimmung der “Massen”, was natürlich dazu führte, dass die Vorträge von Cisco (Platz 1) und Sharepoint (Platz 3) weit nach vorne gespült wurden.

Und wie kam es nun dazu, dass wir es bis auf Platz 2 geschafft haben? Ganz einfach: durchs Bloggen übers Tweeten und Tweeten übers Bloggen und somit die persönliche Crowd mobilisieren. Ja, wir geben es zu, wir haben es genauso gemacht wie alle anderen auch… Nicht ganz, davor standen ja noch Monate harter Arbeit mit einem Kunden, der es verstanden hat und uns immer wieder neu begeistert, wie sich eine Firmenstrategie mit Tradition und modernen Methoden umsetzen lässt. Boston here we come!