Tobias Mitter

IOM Summit 2013 - Social Business: Viele Worte statt Taten?

Tobias Mitter am 01. Oktober 2013

 
Das IOM Summit fand 2013 im NH Mediapark Köln statt.

Das IOM Summit fand 2013 im NH Mediapark Köln statt.

Praktiker aus Unternehmen und Berater haben sich zum Thema “Digital Workplace” auf dem IOM Summit in Köln verschiedene Experten-Keynotes und Projektvorstellungen von Unternehmen angehört. Für die Mehrzahl dauerte es aber bis zur Abschlussdiskussion bis die Kernfrage in den Köpfen vieler Teilnehmer von einem Teilnehmer aus der Industrie laut ausgesprochen wurde: “Die high-level Erfolgsfaktoren sind mir klar - aber können die Experten auf dem Podium mal sagen wie das in der Unternehmenspraxis umgesetzt wird?”

Bis zu diesem Zeitpunkt war es eine typische Enterprise 2.0 Konferenz gewesen: Verschiedene “Erfolgsgeschichten” von Unternehmen (die Mehrzahl davon haben gerade erst mit einem Piloten begonnen) und Experten-Keynotes, in denen bewährte Digital Workplace / Social Intranet Metakonzepte wiederholt wurden und im Zweifelsfall mit einem neuem Label (“wir sprechen nicht mehr von Adoption sondern von Engagement” - oder umgekehrt) angepriesen wurden. Diese seit Jahren anhaltende Aufbruchstimmung ist ja schön, aber für die Entscheider in Unternehmen - und von denen war zwar oft die Rede, aber keiner anwesend - fehlte der bewiesene, gemessene Erfolg von Social im Unternehmen und ehrliche Antworten auf zugespitzte Fragen wie “ist Social nur für meine Wissensmitarbeiter und Marketing? Oder auch für die Leute, die die Arbeit machen (aka gewerbliche Mitarbeiter)?”

Und so brauchte es die Abschlussdiskussion “Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für das Veränderungsmanagement” mit vielen Allgemeinplätzen wie “Ohne das Commitment aus dem Top-Management geht es nicht”, um mit dem oben genannten Publikumsbeitrag zur Sinnfrage von Social für Unternehmen zu kommen. Nicht falsch verstehen: Viele Gespräche beim Kaffee hatten diese Tiefe durchaus erreicht, aber die Referenten, die “Strategie” oder “Modelle” in ihren Vorträgen ankündigten, zeigten lediglich technische Umsetzungen mit dem unvermeidbaren Werbe-/Erklärfilm zum Start der Plattform als “tolle Change-Maßnahme”.

Ich bin froh, dass wir und vor allem unsere Kunden auf dem IOM Summit bei dieser Frage einen Schritt weiter waren und echte Ergebnisse gezeigt haben. So hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen seine PLATON Plattform vorgestellt, die 6 Monate nach Launch bereits 66% aktive Beteiligung (Adoption) bei den Mitarbeitern aufzeigt. Zur Einordnung: Andere Unternehmen freuen sich über 5-10% Adoption von Social Software - trotz aufwändiger Einführungskampagne (und die meisten erheben die Adoption gar nicht). netmedia CEO Tim Miksa hat auf der Abschlussdiskussion den Allgemeinplätzen entgegengesetzt wie wichtig ein konkreter Methodikbaukasten und greifbare Handlungsvorlagen sind. Hierfür hat netmedia die preisgekrönte Social Workplace Methodik und das Social Software Adoption Framework entwickelt (s. Abbildung unten). Dass sich die Arbeit gelohnt hat, zeigen die Erfolge unserer Kunden in der Praxis: Zeitersparnis in Monaten und vor allem eine echte Akzeptanz von Social im Unternehmensalltag.

Social Software Adoption Framework

Social Software Adoption Framework

Wir werden weiter mit der Diskussion echter Ergebnisse für mehr Substanz in der Diskussion über den Einsatz von Social Software in kämpfen. Ein weiteres konkretes Social Intranet Ergebnis zeigt unser Kunde GIZ übrigens auf der KnowTech in Hanau am 09.10.2013. Bis dahin bin ich mir sicher, dass die Veranstalter der IOM Summit die Rückmeldung aus dem Publikum schon für die Planung 2014 notiert haben.