Tim Mikša

McKinsey: 25% mehr Produktivität durch Social Collaboration

Tim Mikša am 07. August 2012

 

In ihrer neusten Studie zum Thema “The social economy: unlocking value and productivity through social technologies” stellt die Unternehmensberatung McKinsey fest, dass der Einsatz von sozialen Technologien das Potential hat, die Produktivität von Knowledge-Workern in Unternehmen um bis zu 25 % zu steigern. Für die Begründung dieser fast gebetsmühlenartig wiederholten These benötigt die Studie 170 Seiten, durch die ich mich in den letzten zwei Tagen eifrig gekämpft habe. Zusammenfassend bringt McKinsey es aber schon in einem Satz auf den Punkt: Social technologies promise to extend the capabilities of such high-skill workers (who are increasingly in short supply) by streamlining communication and collaboration, lowering barriers between functional silos, and even redrawing the boundaries of the enterprise to bring in additional knowledge and expertise in “extended networked enterprises.”

Fast möchte ich “Amen” sagen. Wenn mich nicht solche Aussagen wie “Social technologies can enable organizations to become fully networked enterprises - networked in both a technical and a behavioral sense” oder “Social is a feature, not a product” auch regelmäßig immer wieder zusammenzucken ließen. Nicht soziale Technologien sondern soziale Vernetzung ermöglicht echte Zusammenarbeit und bessere Kommunikation. Für den Erfolg einer in Zukunft “fully networked company” muss sich das Management daher in erster Linie Gedanken um eine neue Führungs- und Unternehmenskultur machen. Social ist kein Feature, sondern in Form der Menschen im Unternehmen bereits vorhanden. 

Trotz des teilweise zu starken technischen Fokus möchte ich die Studie jedoch jeder Führungskraft ans Herz legen. Sie stellt gut dar, welche Mehrwerte soziale Vernetzung den verschiedensten Bereichen der Wertschöpfungskette von Unternehmen bieten kann:

Ebenso schön hat McKinsey den Mehrwert für verschiedene Märkte “im Detail” analysiert bzw. aufbereitet. Auch wenn mir die Zahlenschätzungen eher nach einem Blick in die Glaskugel vorkommen, kann ich aus unserer Erfahrung mit den unterschiedlichen Branchen den grundsätzlichen Aussagen nur zustimmen.

Zusammenfassend zeigt die Studie gut auf, dass soziale Vernetzung kein Modetrend ist, sondern eine neue Realität für Unternehmen, die zukünftig erfolgreich sein und bleiben wollen. Um diese neue Stufe der Produktivität wertschöpfend zu nutzen, wird jedoch nicht die Einführung einer neuen Technologie entscheidend sein. Soziale Vernetzung bedeutet eine Evolution der gesamten Arbeitsweise und Kommunikation im Unternehmen, auch für den Dialog mit Kunden und Partnern. Wenn sich das Management darüber bewusst wird und soziale Vernetzung strategisch wird, ist das Potential weitaus größer als “nur” 25 % Produktivitätssteigerung: Es geht um Erfahrungs- und Wissensgewinn, Mitarbeitermotivation- und bindung, mehr Kunden- und Partnernähe, Vermeidung von Braindrain sowie um eine neue Qualität der Innovationskraft und die Möglichkeit, völlig neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.