Daniel Kraft

Mehr Gewinn durch Enterprise 2.0!

Daniel Kraft am 15. Dezember 2010

 

Ein Plädoyer für den Social Workplace

Nun ist es amtlich, zumindest für alle, die sich mit wirtschaftlichen Themen auseinander setzen:  McKinsey hat in seiner jüngsten Studie untersucht, ob sich Social Networking für Unternehmen rechnet, oder ob es sich bei Enterprise 2.0 nur um eine Modeerscheinung handelt.

Die Autoren kommen dabei zu erstaunlich klaren Aussagen. So sind z. B. 77 % der befragten Unternehmen der Meinung, dass sich die Geschwindigkeit beim Zugang zu Wissen um durchschnittlich 30 % erhöht hat. Allein diese beiden Aussagen sollten in einem Land, das ohne nennenswerte Rohstoffe nahezu komplett auf das Know-how seiner arbeitenden Bevölkerung angewiesen  ist, für Aufmerksamkeit sorgen.

McKinsey-E20-Blatt.pngSo sind zunächst 77 % der befragten Unternehmen der Meinung, der Einsatz von Enterprise 2.0 sorge für einen schnelleren Zugang zu Wissen. Das ist insofern erstaunlich, als dass unsere alltägliche Praxis bisher keine Hinweise darauf gab, dass diese Tools sich solch einer Beliebtheit erfreuen.

Aber dass sich darüber hinaus die Geschwindigkeit gar um 30 % im Durchschnitt erhöht, ist bemerkenswert. Jeder von uns weiß, wie oft und lange wir nach Experten oder Expertise suchen. Die Zahl von 30 % bedeutet für einen größeren Mittelständler ein Einsparpotenzial von mehreren Millionen Euro.

Eine weitere spannende Erkenntnis der Studie ist, dass die Unternehmen, die sich aktiv intern und extern vernetzen, am meisten von den neuen Möglichkeiten profitieren. Wenngleich eine logische Erkenntnis, widerspricht es doch der gängigen Consulting Praxis, Enterprise 2.0 in kleinen und kleinsten Schritten anzugehen. Die Studie sagt hierzu ganz klar: “These findings suggest that Web technologies can underwrite a more agile organization where frontline staff members make local decisions and companies are better at leveraging outside resources to raise productivity and to create more valuable products and services. The result, the survey suggests, is higher profits.”

Wow, mehr Marge durch Enterprise 2.0! Wenn man die Studie genauer liest, stellt man auch fest, dass es nicht auf die Tools, sondern besonders auf die Akzeptanz dieser neuen Arbeitsweise im Alltag ankommt. Die Vernetzung ist eine strategische Ausrichtung, die vom Management getragen werden muss. Es geht also nicht um die Einführung von Technologie sondern um die Schaffung des Social Workplace, dem digitalen vernetzen Arbeitsplatz.

Kommentare

Alexander Stocker

Interessanter Beitrag!

Aus meiner Sicht ist die Studie aber viel zu E20-positiv (77% aller Unternehmen setzen E20 ein und erkennen schon einen Erfolg – wozu diskutieren wir dann über den Nutzen ;-) ) und mich würde interessieren, wer genau hier befragt wurde.

Bei Fragen wie “..wieviel Zeit erspart ihr Euch durch die vereinfachte Suche im E20″ ist halt immer zu relativieren, ob der Befragte diese Frage wirklich beantworten kann.

Das Thema Erfolgsmessung ist ja nicht umsonst schon so alt ;-)


 

Daniel Kraft

Vielen Dank für das Feedback!

Die Studie ist gegen Anmeldung bei McKinsey erhältlich. Dort wird nur erwähnt, dass “3,249 executives across a range of regions, industries, and functional areas” befragt wurden.

Sicher sind viele Menschen bei Umfragen etwas zu positiv, aber der Trend ist entscheidend und aus der Erfahrung kann ich klar bestätigen, dass wir mit Enterprise 2.0 echten Mehrwert und Unternehmenserfolg erzielen.

Man muss aber klar unterscheiden zwischen amateurhaften Web 2.0 Spielereien und dem professionellen Social Workplace der weite Teile der Knowledge Worker einschliesst. Die Studie sagt ja ganz klar, dass die Firmen profitieren die die interne und externe Vernetzung umfänglich vorantreiben.


 

Alexander Stocker
Hallo Frau Kraft. Da kann ich Ihnen selbstverständlich nur zustimmen. Wer die neuen Tools professionell und intensiv nutzt, der erhält auch einen Vorteil daraus.


Bianca Gade

Hallo Herr Stocker,

Herrn Kraft wird zwar so schnell nichts entstellen aber eine Geschlechtsumwandlung würde uns vermutlich etwas irritieren ;)

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Vielleicht sehen wir uns nächstes Jahr mal wieder auf einem Event, würde mich freuen! Und ich hoffe zwischen den Tagen etwas mehr Zeit für Ihr Buch zu haben :)

Viele Grüße
Bianca Gade


Daniel Kraft

Ich gehe davon aus, dass meine feminine Seite durchaus Eindruck gemacht hat :-) Ansonsten gibt es hier noch mehr von dieser und anderer Seiten von mir zu entdecken:http://www.ifridge.com/people/danielkraft

Habe Ihren Blog gelesen und freue mich über die Begeisterung zum Thema. Mir kommt dabei das konzeptionelle etwas zu kurz. Der Social Workplace ist nicht IT sondern geht gerade weg davon. Vielleicht sehen wir uns ja mal auf halber Strecke in Wien, bin Ende Jänner wieder da.


Alexander Stocker
Ich bitte um Entschuldigung, Herr Kraft ;-) Ich wünsche Ihnen und Frau Gade alles Gute und viel Erfolg im Neuen Jahr. Viele Grüße aus Graz, Alexander Stocker