Bianca Gade

Social Media: Viel Zeit um nichts?

Bianca Gade am 27. Januar 2010

 

Kennen Sie diese Fragen: „Was kostet es mich eigentlich Social Media im Unternehmen einzuführen? Und was habe ich davon?“ Auch: „Wie zeitaufwändig ist es, wenn ich all meine Accounts auf diesen Plattformen pflegen muss möchte?“

Aller Anfang ist selbstverständlich schwer, so auch der Aufbau eines eigenen Netzwerkes. Sofern das Internet für Sie immer ein Buch mit sieben Siegeln war, gleicht ein Account auf einer der bekannten Portalseiten einer digitalen Geburt. Denn ab diesem Zeitraum sind Sie als Individuum auch digital erreichbar, kontaktierbar, verfolgbar. Bevor ich mit meinen Ausführungen weiter verfahre, muss ich eine Sache vorab sicher stellen: Wenn Sie nicht gerade eine Social Media Strategie für Apple, Google oder Coca Cola machen müssen dürfen (dies sind regelrechte Selbstläufer), wird Anfangs wesentlich mehr Zeit für den Aufbau eines Netzwerkes benötigt als später für die Pflege. Denn wenn eine interessierte „Fangemeinde“ erstmal steht, werden Sie alle Register ziehen können, um die Intelligenz der Massen für sich nutzen zu können. Aber Achtung: Nutzen bedeutet nicht ausnutzen! Sie werden sehen, dass die Pflege ihres Netzwerkes dem gleicht, wie Sie Ihren Bekanntenkreis pflegen: Indem Sie nicht nur nehmen, sondern vor allem auch geben.

Ohne auf die Details eingehen zu wollen, wie Sie Ihr Netzwerk in den jeweiligen Portalen aufbauen können, möchte ich Ihnen in diesem Beitrag beschreiben, wie Sie mit Social Media sogar wertvolle Zeit gewinnen können und dabei dem Unternehmensimage noch eine glänzende Politur verpassen.

Einer der großen Vorteile das Internet zu nutzen ist ohne Frage die Möglichkeit, Informationen zu einem oder mehreren Interessensgebieten automatisiert zu abonnieren. Aber vermutlich erzähle ich Ihnen dazu nichts Neues. Interessanter wird diese Option allerdings, wenn Sie für die Informationsbeschaffung Ihr Netzwerk zu Hilfe rufen können: Eines meiner persönlichen Vorlieben ist das sogenannte Crowd Sourcing. Crowd Sourcing kennen Sie bestimmt durch die Sendung „Wer wird Millionär“: Denn nichts anderes tut ein Kandidat, der seinen Publikumsjoker einsetzt: Er nutzt die Intelligenz der Masse. Im geschäftlichen oder persönlichen Alltag kann man z.B. crowdsourcen, wenn Informationen zu einem bestimmten Thema benötigt werden. Schönes Beispiel dazu ist auch das kürzlich durchgeführte Crowd Sourcing unseres Partners ifridge. Die Bitte war, Bilder von „Charakter-Kühlschränken“ für den neuen Webauftritt vorzuschlagen. Hier sehen Sie das anschauliche Ergebnis:

ifridge with Character
View more presentations from ifridge & Company

Nicht nur, dass hierbei für die eigene Suche Zeit gespart wurde, vermutlich wurde hierdurch auch qualitativ ein höherwertigeres Ergebnis erzielt.

Crowd Sourcing können Sie auch wundervoll dazu verwenden, um mit wenigen Klicks Umfragen durchzuführen. Dies kann nützlich sein, wenn Sie an einer Fragestellung arbeiten, dessen Antwort von einer gewissen geschmacklichen oder gedanklichen Richtung abhängt (was ja pro Kopf sehr unterschiedlich sein kann). Die Energie eines Netzwerkes nutzen Google und Apple sehr anschaulich, indem diese Unternehmen es schaffen, eine ganze Masse dazu zu bewegen, die mit ihren Produkten Neuartiges entstehen zu lassen und sich dadurch einen großen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Wieder andere nutzen Crowd Sourcing gar für die eigene Produktentwicklung. Der Tiefkühlkosthersteller Frosta z. B. hat sich auch durch seinen Weblog und die Mitbestimmung der Kunden auf die Verpackung eine sehr treue Kundschaft geschaffen.

Oft höre ich bei Diskussionen das kritische Argument, dass der Pflegeaufwand zu hoch sei. Erlauben Sie mir, hier aus dem Nähkästchen zu plaudern: Ich persönlich benötige für die Pflege meiner Kontakte oft nicht mal eine Stunde am Tag: Morgens eine viertel Stunde um zu checken, was sich in den letzten Stunden getan hat und meist Abends etwas länger um dann auch das ein oder andere zu kommentieren. Twittern geht so nebenher, 5 bis 6 Tweets am Tag reichen locker aus, um den Account „zu pflegen“. Außerdem ist es heutzutage technisch ohne Probleme möglich, ob der eine Tweet auch gleichzeitig im Facebook-Profil erscheinen soll (ohne doppelte Pflege, versteht sich). Noch einfacher ist es, wenn Sie alles kombinieren, d. h. Sie verknüpfen Ihr Weblog mit Twitter, Facebook und den gewünschten Medienportalen wie YouTube, Picasa, Flickr etc.. Das bedeutet für Sie nur noch einen Blogbeitrag zu schreiben und diesen automatisch in alle Plattformen verteilen zu lassen. Der Zeitaufwand dafür ist sehr gering, wenn Sie zwei Stunden die Woche für ein oder zwei Blogbeiträge aufwenden, sollte das genügen.

Wie dem auch sei: Social Media einzusetzen muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass Sie dafür endlos viel Zeit aufbringen müssen. Kalkulieren Sie pro Tag eine für Sie angemessene Zeitspanne ein. Planen Sie auch dabei, was Sie in dieser Zeit erledigen möchten. Das ist wichtig, um sich nicht vom Wesentlichen ablenken zu lassen. Eine schöne Folie in Bezug auf Zeitmanagement bei Social Media, die bildlich das Thema gut auf den Punkt bringt, möchte ich Ihnen gerne noch zeigen:

Meine Erfahrungen schließt mein persönliches Fazit ein: Der Aufbau hat durchaus Zeit gekostet (aber auch Spaß gemacht) und ohne vorher zu wissen, welche Vorteile sich daraus ergeben könnten, ist es jetzt eine noch größere Freude diese Kontakte zu nutzen und auch das eigene Wissen zu teilen. Dies ist natürlich mein ganz persönlicher Standpunkt. Mich würde daher interessieren, ob Sie dies genauso sehen und ob es aus Ihrer Sicht Punkte gibt, die ich nicht beachtet habe?

Kommentare

uberVU - social comments

Social comments and analytics for this post…

This post was mentioned on Twitter by netmedianer: New Blogpost: Social Media: Viel Zeit um nichts? http://ow.ly/10T5i #socialmedia #zeitmanagement ^bg…


Tweets die netmedia schreib.blog » Blog Archive » Social Media: Viel Zeit um nichts? erwähnt -- Topsy.com
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Bianca Gade, Pascal Blot, Manuel Weinelt, Sandra Herbst, Michael_Ghezzo und anderen erwähnt. Michael_Ghezzo sagte: RT @ThomasLindorfer RT @netmedianer: New Blogpost: Social Media: Viel Zeit um nichts? http://ow.ly/10T5i #socialmedia [...]