Bianca Gade

Social Media Week Hamburg und bloggende Mitarbeitende #smwhh16

Bianca Gade am 03. März 2016

 

Es war mein zweiter Besuch in Hamburg auf der Social Media Week, die diesmal vom 22. bis 26. Februar 2016 stattfand. Seit über einem Jahr haben wir in Hamburg einen offiziellen netmedia Standort, und daher war es klar, dass wir dort auch hin wollten. So nutzten meine Hamburger Kollegin Katharina Brogsitter und ich die Chance, einen Vortrag zum Call for Papers einzureichen mit dem Titel: Wie Mitarbeitende zu Bloggern werden. Das Thema klingt im ersten Moment unüblich für eine Social Workplace Managementberatung wie uns – doch hat das Bloggen weitaus mehr Varianten als man üblicherweise im ersten Augenblick damit verbindet.

Da gibt es das Corporate Blogging, wo Mitarbeitende nach außen hin eine Stimme haben. Auch wir bedienen uns dieses Mediums und lassen allen netmedianern die Möglichkeit offen zu bloggen. Auf der anderen Seite gibt es das interne Bloggen, wo jede/r mit persönlichem Profil über das, was ihn/sie beschäftigt, schreiben kann. Beide Wege haben dabei einen gemeinsamen Nenner: Die interne Kommunikation überbrückt Abteilungen und Hierarchien, macht sie deshalb herausfordernd aber notwendig für Corporate und internes Blog.

Auf der Bühne teilten wir uns nach Themenschwerpunkte auf: Zu Beginn versuchte ich den Teilnehmenden die Sicht auf die Dinge näher zu bringen und zu überdenken. Die These ist, dass die Kommunikation weg vom Elfenbeinturm muss und hin zum Teamwork. Bloggen lässt sich nicht delegieren und kann nur erfolgreich sein, wenn Mitarbeitende gleichwertig und auf Augenhöhe wertgeschätzt werden. Dabei ist Individualität erforderlich, die den Bloggenden auf persönliche Art zeigt. Organisatorisches wie Redaktionspläne, extrinsische Anreizsysteme und Kontrollgremien blockieren jede Art des kreativen Schreibens, weshalb ich davon abrate – uns hat es nie den gewünschten Erfolg gebracht.

Bloggen ist keine Fließbandarbeit, sondern ein kreativer Vorgang.

Konkret wurde auch berichtet, wie wir bei netmedia praktisch beim Bloggen vorgehen: Auf unserer SharePoint Plattform kann jede Hierarchieebene und Abteilung ein Dokument erstellen und losschreiben. Über das Microblogging-Tool Yammer posten wir den Link zum Beitrag und bitten um Feedback im Kollegium. Sobald das erfolgte und die Rechtschreibkorrektur abgesegnet sind, wird der Beitrag von der Person selbst online gestellt. Bei uns hat jeder Schreibzugriff auf das CMS.

Katharina griff daraufhin den Faden auf und begann von ihrer Praxis als Social Workplace Consultant zu berichten. netmedia betreut bereits seit mehreren Jahren mittelständische Unternehmen und Großkunden, die oft den Wunsch haben, ihr Intranet in eine Kollaborationsplattform zu modernisieren, doch nicht ohne auch den kulturellen Wandel mit einzubeziehen. Diese Stärke erfordert ein ganzheitliches Denken und Vorgehen, welches Katharina anhand des Adoption Frameworks und des Prozesses Plan – Create – Deliver – Drive sehr praxisnah erklärte. Beide Methoden sind außerdem so praktisch, da sie für das Bloggen aber auch für andere interne Kommunikationsziele verwendet werden können. Dabei wird der Dreiklang aus Mensch, Business und Technik gleichmäßig abgebildet und das Projekt erfolgreich umgesetzt. Sechs Erfolgsfaktoren und acht Umsetzungstipps rundeten ihren Part ab. Anzusehen hier in den Folien:

Abschließend haben wir die Bedürfnispyramide eines Bloggenden beschrieben, die aus diesen acht Punkten besteht:

1. Marketing als Service verstehen.
2. Ziele: Teamgeist statt Top-Down
3. Freiheit: Abbau von Organisation und Vertrauen entgegenbringen
4. Transparenz: Nachvollziehbarkeit ist eine Form der Wertschätzung
5. Belohnung: Hinterfragen erwünscht
6. Fehlerkultur: Kritik annehmen und geben (können)
7. Individualität: Fördern und fordern
8. Selbstbestimmung, Sinn und Weiterentwicklung.

Für mich war es diesmal leider eine sehr kurze Veranstaltung, lediglich den Vortrag von "Frau Fazebuck" aka Beate Mader, lauschte ich noch, bevor ich am selben Tag schon wieder abreisen musste - doch die letzte wird es sicher nicht gewesen sein.

Bis zum nächsten Mal!