Bastian Wilkat

Social Software macht Unternehmen nicht produktiver

Bastian Wilkat am 10. Juli 2014

 

Dies ist der zweite Teil der Artikelreihe: 5 Fakten von denen Ihnen kein Social Software Hersteller erzählen wird.

Im Ankündigungsartikel nannte ich bereits einige Versprechen von Social Software Herstellern. Viele gehen in die Richtung: "Mit Social Software werden Sie produktiver". Leider muss ich Sie enttäuschen. Eine Software kann im allerbesten Fall eine angemessene Infrastruktur schaffen, innerhalb derer Menschen, die wissen wie man sich in dieser Infrastruktur bewegt und sie nutzt, produktiver arbeiten können. Also: Menschen können unter Umständen produktiver arbeiten.

Aber selbst, wenn alle Mitarbeiter Social Software nutzen, kann es zu mehr Unproduktivität kommen. Durch entsprechende Software werden regelmäßig wiederkehrende Fixkosten geschaffen, die sich nicht so leicht wegdiskutieren lassen. Wenn dann ein Unternehmen einfach eine Social Software kauft, im Glauben produktiver zu werden? Na dann, gute Nacht.

Es ist elementar, dass Unternehmen (also alle Menschen in der jeweiligen Organisation) die zugrundeliegenden Prinzipien von Social verstehen: Transparenz, Sharing, Open Innovation (das sind meine ganz persönlichen Prinzipien). Damit meine ich nicht nur die Person, die für das Thema brennt und das Budget verantwortet, sondern alle, die auch später mit einem Tool arbeiten sollen. Sehr früh sollten Potenziale für den Einsatz einer Social Software identifiziert werden, stets unter Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse der Mitarbeiter im Tagesgeschäft und der Unternehmenskultur (nein, die Unternehmenskultur lässt sich nicht mit Checklisten und warmen Worten beschreiben - egal was Berater Ihnen auch erzählen mögen).

Ich rate Unternehmen, sogar noch einen Schritt vorher (siehe Teil 1) anzufangen.Ohne diese Grundlagen wird Social nur als ein weiteres Tool verstanden und im schlechtesten Fall versanden. 

Zwischenfazit

Damit alle Menschen (angestellte Geschäftsführer, Mitarbeiter, Leiharbeitnehmer) Social Software so einsetzen, dass sie bessere Arbeit leisten, müssen bestehende Denk- und Verhaltensmuster in vielen Unternehmen umgeworfen werden: Egal ob das „Besser“ mehr Produktivität, also Effizienzgewinn, oder mehr Kreativität, also Effektivitätsgewinn bedeutet. Und dabei helfen wir gerne ;-).