Bianca Gade

Studie: Fachbereiche im Wandel

Bianca Gade am 28. Juli 2011

 

Wie Wissensarbeit Unternehmen verändert

Der Personaldienstleister Hays hat vor ein paar Tagen eine neue Studie zum Thema Wissensarbeiter herausgebracht. In dieser werden vorwiegend Fachbereiche wie IT, Research & Development (R&D) sowie Finance & Accounting (F&A) nach folgenden Handlungsfeldern analysiert:

  • Reorganisation der Wissensarbeit & Personalpolitik
  • Technologieeinsatz
  • Einsatz externer Spezialisten

Als Ziel der Studie galt es herauszufinden, wie Fachbereiche mit einem hohen Anteil an Wissensmitarbeitern mit dem Wandel von Verantwortung und Wettbewerb umgehen. Es wird analysiert, mit welchen Herausforderungen sie sich konfrontiert sehen, und mit welchen Maßnahmen sie darauf reagieren. Hierzu wurden 148 Fachbereichsverantwortliche aus Großunternehmen in DACH befragt.

Die Studie ist deshalb so interessant, da sie den derzeitigen Wandel der Arbeitsplätze durchleuchtet und auch die Wichtigkeit eines Social Workplace hervorhebt. Denn ohne eine effiziente interne Kommunikation würden Schnelligkeit und Qualität den Marktveränderungen hinterherhinken.

Die Studie ist frei als PDF und ohne Registrierung hier abrufbar.

Das wichtigste in der Zusammenfassung

Selbstverständnis und strategische Ausrichtung der Fachbereiche

  • Die Bedeutung der Fachbereiche nimmt durch den hohen Anteil an Wissensmitarbeitern zu und ist damit entscheidend für den Unternehmenserfolg.
  • Allerdings nimmt auch der Druck zu, Kennzahlen zur Effizienzsteigerung, Transparenz und Serviceorientierung zu liefern.

Organisation und Prozessgestaltung

  • Prozesse und Verfahren müssen immer schneller an veränderte Bedingungen angepasst werden. Planungszeiträume werden immer kürzer.
  • Eine flexible Organisation und eine hohe Flexibilität der Mitarbeiter gewinnt immer mehr an Bedeutung.

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Quelle: Hays

Personalsuche und -entwicklung

  • Wer Fachkräfte finden und halten möchte, sollte die Anforderungen an flexiblen Arbeitszeiten und -plätzen erfüllen können.
  • Wenige der Befragten registrieren eine abnehmende Akzeptanz starrer, hierarchischer Organisationsstrukturen seitens der Mitarbeiter (was ggf. auch daran liegt, dass die Befragten selbst Führungskräfte sind).
  • Wissen veraltet schneller. Dies setzt Fachbereiche stärker unter Druck, in Weiterentwicklung der Arbeitnehmer zu investieren bzw. Anreize und Bedingungen für eine ständige Weiterqualifikation zu schaffen.

Reorganisation der Wissensarbeit
Der Anteil der Projektarbeit ist in allen Fachbereichen während der letzten zwei bis drei Jahre stark bis sehr stark gestiegen. Das bedeutet einen Bedarf an mehr Flexibilität und kürzere Planungszeiträume

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Quelle: Hays

Akuter Handlungsbedarf besteht bei 2/3 der Fachbereichsverantwortlichen in

  • dem Auflösen von Wissensinseln und
  • stärkerer, abteilungsübergreifender Vernetzung der Mitarbeiter

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Quelle: Hays

Nutzung von Technologien zur Unterstützung der Wissensarbeit
Web Collaboration, Wikis, Blogs sowie soziale Netzwerke und Messaging-Dienste werden bisher nur in sehr geringem Maß genutzt, da der Schritt zur kulturellen Veränderungen größer als bei Tools ist, die nicht unter die Kategorie Social Software fallen.

Handlungsbedarf besteht hauptsächlich in

  • Web Collaboration & Conferencing Tools sowie
  • mobilen Technologien und Anwendungen.

Einsatz externer Spezialisten

  • Vorteil der Einbindung externer Spezialisten wird darin gesehen, sich mehr auf Kernkompetenzen konzentrieren und neue Sichtweisen gewinnen zu können.
  • Mehr als 50 % der Befragten berichteten von einer Verbesserung von Prozessen und Verfahren durch die Einbindung externer Experten.
  • Über 40 % davon sagen, dass sie den Blick der Mitarbeiter über Abteilungsgrenzen hinweg schärfen.

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Quelle: Hays

Für mich spiegelt die Studie authentisch das wider, was wir in unseren Beratungsprojekten regelmäßig erfahren. Der immer schneller werdende Markt geht einher mit neuen Anforderungen an die Belegschaft und ganz explizit an die Wissensarbeiter. Ob man nun innovativer werden oder Kosten sparen will oder sich in Service und Branding verbessern möchte – der Nenner ist immer: Die reibungslose Kommunikation.
Und natürlich freut mich besonders, dass in der Studie auch der Einsatz von externen Spezialisten positiv hervorgehoben wird, und dass die Befragten deren Einbindung für die Prozessverbesserung für wichtig erachten.