Tobias Mitter

TEDx RheinMain Schnelldurchlauf

Tobias Mitter am 03. Februar 2011

 

Das Thema “Identities: Nothing stays the same. Not even you.” lässt inhaltlich Spielraum, der von den unterschiedlichen Referenten auch genutzt wurde. Das Klingspor-Museum in Offenbach/Main und Mariä Lichtmess (02.02.2011) haben dabei den richtigen Rahmen für den Austaucher von Ideen gegeben. Hängen geblieben sind besonders:

Der Veranstaltungsraum hat gepasst und war am Ende bis auf wenige Plätze gefüllt (hier sind alle noch Kaffee trinken).

Begrüßung durch Stefan Soltek mit interessanten Gedanken zu Raum und Zwischenraum in der Typographie.

Der Philosoph Thomas Metzinger (“The Ego Tunnel”) hat sich der Identität über seine Erfahrungen aus Experimenten zusammen mit Neurowissenschaftlern genähert. Eine seiner Thesen: “We are unaware of the medium through information is passed” was in dem Weiterdenken für augmented Reality und neue Mensch-Maschine-Interfaces spannend ist.

Der Sevenload und Fliplife Gründer Ibrahim Evsan hat  seine Ideen zu den Möglichkeiten eines Unternehmens, das in der Lage ist alle Informationen sinnstiftend zu aggregieren und zur Verfügung zu stellen dargestellt. Meine verkürzten Eindrücke aus der Session: 1. Vorsicht vor den Großen wie Google, Microsoft, Facebook, 2. Er mag Apple, 3. in Deutschland werden Datacenter für 400 Mio. EUR pro Stück gebaut, während die gesamte deutsche Startup-Szene nur 270 Mio. EUR von Investoren erhält. Den dritten Punkt finde ich interessant.

Die Künstlerin von Elisabeth von Samsonow hat per Videovortrag perfekt “Cordless Mega Confusion” gestiftet. Im Dialog gewinnen ihre Thesen sicherlich.

Der Unternehmer und Professor Wolfgang Henseler hat eine Reihe interessanter Entwicklungen in die Richtung “digito ergo sum” vorgestellt. Besonders Services a la Daytum und Novartis Proteus veranschaulichen die Entwicklung gut.

Von Ossi Urchs mit Vorschusslorbeeren bedacht hat Guenter Dueck von IBM seinen Entertainment Faktor erneut bewiesen und sein neues Plakat sowie Modelle zum besseren Verständnis unterschiedlicher Typen von Menschen sowie der ganzen Welt vorgestellt. Sehr unterhaltsam und mit bewussten Unschärfen.

Mit “Homo ludens” hat Sina Kamala Kaufmann bunte Einblicke in die Entwicklung von Social Games und die Übernahme der Facebook-Identität in Online-Spiele vermittelt.

Eben noch von Guenter Dueck zitiert, konnte Daniel Kraft dann mit eigenen Worten seine Ideen zu “Everybody is beautiful” schildern und zeigen welche Gemeinsamkeiten es bei der Attraktivität von Unternehmen und einzelnen Menschen gibt.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete Michael Altendorf mit “Why Virtual Identities?”, bei dem Viewdle als interessantes Bookmark hängen geblieben ist.

Das Team von TEDx RheinMain hat für die erste deutsche Veranstaltung ganze Arbeit geleistet. Die Qualität der Vorträge schwankte zwar deutlich, hier gab es aber auch durchaus unterschiedliche Auffassungen unter den Teilnehmern. Es war ein inspirierender Abend und selbst aus den weniger guten Vorträgen ließ sich zumindest eine interessante These zur weiteren Diskussion mitnehmen. Weitere Eindrücke vom Event auf Facebook und der offizielle Fotostream auf Flickr.

[Update] Steven Sasseville mit “A sense of identity” soll natürlich nicht unerwähnt bleiben. Er mit einem ganz persönlichen Statement wie er Identität und die daraus resultierende Verantwortung sieht einen kurzweiligen Vortrag gehalten (übrigens der einzige Prezi Vortrag des Abends.

Kommentare

Jürgen Engel
Danke für die schöne Zusammenfassung eines wundervoll inspirierenden Abends.
So konnte ich im Kopf noch mal das ganze Event und die Themen der Redner im Kopf revue passieren lassen, schön!
Ich freu’ mich schon auf ein Folgeevent.
Mir fällt auf, dass der Vortrag von Steven Sasseville “A sense of identity” unerwähnt bleibt.
Absicht, oder ist er Dir “durchgerutscht”…? ;-)
Den fand ich nämlich direkt nach Prof. Dueck auch noch hochinteressant und ganz wundervoll leicht und unterhaltsam.
Gruß
Jürgen


Martin Raabe

Was meinst Du im letzten Absatz mit “erste deutsche Veranstaltung”?

Das war das elfte TEDx auf deutschem Boden, soweit es die Liste hergibt. Hm.

Jedenfalls prima Arbeit!

Grüße Martin


Tobias Mitter

Richtiger Hinweis, vielen Dank. Ist korrigiert.

Gruß, Tobias


Tobias Mitter

Danke für das Feedback Jürgen. Steven war mir in der Tat durchgerutscht, was er wirklich nicht verdient hat. Ist als Update ergänzt.

Gruß, Tobias