Tim Mikša

Warum es nicht reicht, den Arbeitsplatz zu digitalisieren

Tim Mikša vor 28 Tagen   Jetzt kommentieren




In den letzten Monaten habe ich mich, neben der Begleitung von Unternehmen zu vernetzten, digitalen Arbeitsweisen, intensiv mit dem ganzheitlichen Wandel von Arbeit im Zuge der digitalen Transformation beschäftigt. Damit gehen drastische organisationale und  infrastrukturelle Veränderungen für Unternehmen einher, die auf alle Bereiche Einfluss haben: Von der HR bis hin zum Corporate Real Estate Management.

Große Erwartungshaltung im Koffer nach Hannover

Meinen Besuch auf der CeBIT Enterprise Digital Arena (20. und 21. März 2017) hatte ich in der Erwartung angetreten, mich über ganzheitliche New Work Strategien auszutauschen. Die Konferenz war wie jedes Jahr eine gelungene Veranstaltung, deren Inhalt von interessanten Projekten und Denkweisen geprägt wurde. Allen voran hatten Fragen zur Effektivität und den Erfolgsfaktoren einen erweiterten Diskussionsrahmen eingenommen: Im Panel „Erfolgsfaktoren für die effektive Arbeitsunterstützung mit dem Digital Workplace“ durfte ich darüber Rede und Antwort stehen – und möchte Sie nun zu meinen Gedanken und in die anschließende Diskussion einladen.

Was bedeutet Digital Workplace, und gibt es einen Blueprint für das Konzept der effektiven Arbeitsunterstützung?

Der Begriff „Digital Workplace“ umschreibt aus meiner Perspektive die Arbeitsumgebung für das neue Arbeiten im digitalen Zeitalter. Hierzu gehören organisationale und kulturelle Rahmenbedingungen wie eine agile Arbeitsorganisation, digitale Arbeitsweisen und kollaborative Arbeitsformen. Beim Digital Workplace können sich zwar Ziele und Visionen ähneln, aber spätestens bei der Umsetzung gibt es sehr individuelle Rahmenbedingungen zu beachten:

  • Unterschiedliche Business Ziele und Anwenderbedürfnisse je nach Unternehmenssituation: z. B. Fokus auf Wissensmanagement bei Beratungsunternehmen, auf effizientere Kommunikation und Vernetzung zwischen Standorten/Unternehmensbereichen bei Konzernen, auf Effizienz, auf Innovation, auf Customer Relationship usw.

  • Unterschiedliche Rahmenbedingungen der Arbeitsorganisation und -kultur: Die Versicherungsgruppe mit einer ausgeprägten Hierarchie hat andere Voraussetzungen als der Sportartikelhersteller mit überwiegend jungen, digitalaffinen Menschen.

  • Unterschiedliche infrastrukturelle Voraussetzungen: Die einen haben noch ein Infrastrukturkonzept was kein mobiles Arbeiten, Homeoffice oder gar Kollaborationsplattformen beinhaltet. Die anderen haben bereits eine geeignete Infrastruktur, nutzen sie aber nicht in der Breite. Wichtig ist vor allem das ganzheitliche Verständnis, damit von der Vision über das Enablement bis hin zur technischen Umsetzung die richtigen Perspektiven eingenommen werden, um die neuen, digitalen Arbeitsweisen erfolgreich zu etablieren. Der Dreiklang aus Mensch, Business und Technologie macht den Digital Workplace erfolgreich.

Was sind die gängigen wichtigen Elemente für das Digital Workplace Konzept, wenn es keinen Blueprint gibt?

Auch wenn es beim Digital Workplace grundsätzlich um die Verbesserung der Zusammenarbeit geht, sind die individuellen Herausforderungen sehr unterschiedlich und damit auch der Weg, den man beim Enablement gehen muss.

  • Zunächst ist wichtig zu wissen, wo das Unternehmen bei den drei Perspektiven Business, Kultur/Arbeitsorganisation und Infrastruktur steht. Dies lässt sich in den Projekten nach einer intensiven Analysephase ableiten, die vor allem in den Fokus stellt, wie die Mitarbeitenden arbeiten.

  • Aus den Analyseergebnissen ergeben sich dann die Herausforderungen und Prioritäten für das Vorgehen, die in eine Strategie abgeleitet werden. Maßgeblich sind hier die Anspruchsgruppen, da sie am Ende den Erfolg ausmachen. Dadurch wird bereits zu Beginn jedes Digital Work Projektes sichergestellt, dass alle Mitarbeitenden über die notwendigen Skills verfügen, die kulturellen und organisationalen Rahmenbedingungen gegeben sind und unternehmensweit die Plattform akzeptiert und für die tägliche Arbeit genutzt wird. Wie Sie eine solche Strategie entwickeln können, können Sie hier abrufen.

  • Doch nicht nur die Mitarbeitenden sind relevant. Entscheidend sind weiterhin die beiden Erfolgsfaktoren Verständnis und Commitment beim Management. Wenn Führungskräfte verstanden haben, wie relevant der Digital Workplace für ihr Business ist, werden sie alle Mitarbeitenden aktiv darin unterstützen, die neuen Arbeitsweisen zu entwickeln. Das bedeutet auch, dass das Projekt erst dann ganzheitlich in die Infrastruktur eingebunden wird: vom Office bis zu den technischen Plattformen. Ein schönes Kundenbeispiel haben wir hier beschrieben.

Der Workplace hört bei Digital nicht auf

Zwar sind die Schlagworte #DigitalWork, #Enablement und #Adoption die derzeit wichtigsten überhaupt, doch da endet es nicht: Wer den Arbeitsplatz digitalisieren will, muss ihn analog zu Ende denken. Auf kultureller Ebene geben wir dies unseren Kunden bereits erfolgreich mit auf den Weg, doch die Ansätze werden sich in Zukunft weiten: Zufriedenheit ist nicht nur eine Frage der Digitalisierung, sondern auch des Raumes, in dem wir Ideen und Innovationen, Neugierde und Initiativen zulassen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Daraus resultieren sehr spannende Konstellationen, die es Unternehmen in Zukunft noch besser möglich machen, Mitarbeitende emotional an das Unternehmen und seine Produkte zu binden und es somit stark für den Erfolg machen.

Ich bin davon überzeugt, dass wir auf eine spannende Zeit zusteuern und freue mich darauf, auf der nächsten CeBIT Enterprise Digital Arena 2018 von unseren Erfahrungen zu berichten und zu diskutieren.


 

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